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© Foto: Ferdinand Graf Luckner, • Grafik: Krebs und Herde

 

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Entwurfsverfasser Landschaftsarchitektur:
Krebs und Herde Landschaftsarchitekten

Mitarbeiter: Matthias Krebs, Stephan Herde, Sigrid Pichler, Christian de Buhr, Alexander Kochan, Corinne Vogel
Fachplaner/Bauleitung: Bauleitung: G2 Landschaft, Siedlungswasserbewirtschaftung: MASUCH + OLBRISCH Ingenieurgesellschaft für das Bauwesen mbH, Bauingenieur Fundamente Stufenanlage: WTM Engineers GmbH Beratende Ingenieure im Bauwesen, Gründungsgutachter: HPC AG
am Bau beteiligte Firmen: Landschaftsbau: Zum Felde GmbH, Baumeister Brunnen: Häberlin + Fenners AG, Kleinkinderspielplatz: Kukuk Freiflug GmbH, Baumschulen: Bruns Pflanzen-Export GmbH & Co.KG, Lorenz von Ehren GmbH & Co. KG, Sitzelemente: L. Michow & Sohn GmbH
Auftraggeber/Bauherr: Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Altona, Dezernat Wirtschaft, Bauen und Umwelt, Fachamt Management des öffentlichen Raumes, Abteilung Stadtgrün - Neubau Planung
Bearbeitungszeitraum: 2013 - 2021
Fläche:
Planungs-/Baukosten: ca. 5 Mio. Euro



Juryurteil:

Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs in Hamburg befindet sich eine zentrale Freifläche, die als Wohnumfeld und Naherholungsort für eine Vielzahl von neuen Anwohnern entwickelt wurde. Dabei soll der zentrale Stadtpark als „grüne Agora“ und sozialer Katalysator für die entstehende Stadtgemeinschaft dienen.

Das Projekt überzeugt durch die Kombination vielschichtiger Aspekte einer zeitgemäßen Landschaftsarchitektur. Das Konzept sieht eine klare und offene Parkstruktur vor, die so robust aufgestellt ist, dass Sie verschiedene Nutzungen bereithält und somit einer Vielzahl von Nutzern gerecht wird. Dabei lässt sie aber ebenfalls unterschiedliche Besetzungen von Raum und Fläche zu.

Die behutsame Einbindung des „monumentalen Stahlskeletts“ der einstiegen Güterhalle dient als Reminiszenz und stellt einen attraktiven Bezug zur verschwundenen Historie des Ortes her.

Das Pflanzkonzept, welches in Anlehnung an die internationalen Handelstätigkeiten der Hansestadt entwickelt und konzipiert wurde, besteht aus einer Vielzahl von Ahornsorten aus unterschiedlichen Regionen der Welt. Dieser Aspekt des Konzeptes wurde kontrovers diskutiert und konnte auf Grund der fehlenden Klimaverträglichkeit nicht überzeugen.

Der Umgang mit dem Regenwassermanagement in Form einer eingeschnittenen Rasenbühne ist eine intelligente Weise mit Starkregenereignisse umzugehen und schafft es, Funktion und Erholung geschickt zu verknüpfen.

Insgesamt weißt das Projekt eine attraktive, robuste und zukunftsorientierte Wohnumfeldgestaltung auf und konnte die Jury somit in der Kategorie „Wohnumfeld“ als würdigen Preisträger überzeugen.

 

Projekterläuterung:

POESIE DER GEOMETRIE

_eine offene Parkstruktur von expliziter Gestalt…
_robust in seiner räumlichen Konstitution
_von sinnlicher Atmosphäre
_aneigenbar und offen in der Zeit
_ein Frei-Raum für die Stadt!

Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs in Hamburg entsteht der neue Stadtteil Altona-Mitte Dort, wo noch vor wenigen Jahren Güter verladen wurden, entwickelt sich ein durchmischtes, innerstädtisches Stück Stadt. Der zentrale Stadtteilpark bildet dabei die «grüne Agora», als sozialer Katalysator für die entstehende Stadtgemeinschaft.
Das monumentale Stahlskelett der einstigen Güterhalle bleibt als Zeuge der Bahninfrastruktur erhalten und wird so zur identitätsstiftenden Ikone und zum Taktgeber für den geometrisch geprägten Parkentwurf. Ein historischer Klinkerbau und ein Wasserturm verankern das neue Quartier in der Geschichte des Ortes.

Ausgehend vom Stützenraster bespielt ein Baumraster den weiten Park. Die markante Baumarchitektur bildet zur Stadt einen eigenständigen Grünkörper. Verdichtungen, Ausfallschritte und Leerstellen im Baumraster formen eine konturierte Parkkulisse, bestehend aus hanseatisch strengen Esplanaden, strukturreichen Bosketten und einem wilden Wäldchen. Die scharf geschnittenen Stufenkanten, Weglinien und Baumraster zeichnen klare und grosszügige Räume mit einprägsamen Perspektiven. Die Stringenz des Entwurfs überlagert sich mit dem freiem Pflanzenwachstum und den Aktivitäten der Parkbenutzer.

Der Park wird als Wiesenlandschaft mit wechselnde Parkszenen angelegt. Die Konzentration der Wegstränge als grosszügige Esplanaden, lässt baumbestandene Bewegungs- und Aufenthaltsräume am Übergang zum Quartier entstehen und bindet den Park über Querwege in das Beziehungsgeflecht der Stadt ein.
_Im «Stadtgarten» sind Kleinkinderspiel nahe der KiTa und die Parkterrasse mit Spielbrunnen und Parkcafé verortet.
_Der «Pleasureground» bildet die freie Mitte mit Rasenbühne und sonnenbeschienenen Sitzstufen. Seine innere Weite spielt den Geist des Ortes weiter.
_Die «Parkhalle» bietet als Aktivitätsort mit Bolzplatz, Kletterspielplatz und üppig bepflanztem Hallengarten ein besonderes Angebot für Schule und Quartier.
_Das «Wäldchen» bildet als strukturreicher Naturerfahrungsraum mit dichten Gehölzpflanzungen einen idealen Ort für unkonditioniertes Spiel oder ein lauschiges Picknick.

Die klare Raumstruktur formuliert einen bespielbaren Parkraum mit einer informellen Parkzonierung. Die räumlich und zeitlich überlagernden Nutzungen sind auf die, in einem Partizipationsprozess ermittelten, Bedürfnisse abgestimmt - mit Interpretationsspielraum für künftiges.

Als Reverenz an die Tradition der weltumspannenden Handelstätigkeit der Hansestadt ist die vielfältige Baumsammlung als Ahornpark konzipiert, mit einheimischen Feld-, Berg- und Spitzahorn, Zucker-, Rot- und Silberahorn aus Nordamerika, Schlangenhautahorn aus Japan sowie Kappadokischem Ahorn aus der Türkei. Angereichert durch Baumarten mit ahornartigen Blättern, im Wäldchen verdichtet durch Haselnuss, Vogelbeere und Kiefern. Im Herbst feiert der Park zusammen mit den Hamburger Klinkerfassaden einen leuchtenden ‹Indian Summer›.

Die abgesenkte Spielwiese und die sonnenbeschienene Parktreppe formen ein Relief, das Funktion und Erholung auf selbstverständliche Weise verknüpft. Die Senke nimmt als Speichervolumen den periodischen Rückstau aus dem städtischen Regenwassersystem auf. Sie ist Teil der gesamtstädtischen Klimastrategie, die verlangt, dass Regenwasser zurückgehalten wird, versickert und verdunstet.

Die Bevölkerung hat den ersten Parkabschnitt bereits ins Herz geschlossen. Bis Frühjahr 2021 wird die korrodierte Hallenkonstruktion saniert und durch Schattendächer, eine Kletterlandschaft und einen dicht bepflanzten Hallengarten angereichert. In einer längeren Entwicklungsperspektive wird sich, mit der Verlegung des Fernbahnhofs, der Park mit dem bestehenden Grünzug durch die Stadt verbinden und sich bis zum ‹Altonaer Balkon› an der Elbe ausdehnen. Für diese Weiterführung des Parks dient der geometrische Entwurfscode als selbsterklärende Spielanleitung.

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