Bitte warten Sie.
Ihre Datei wird zum Server gesendet.


Aspern Seepark und Yella-Hertka-Park

Wien

"Aus einem nichtoffenen einstufigen Realisierungswettbewerb 2011 ging der Entwurf der Berliner Büros LAVALAND und Treibhaus Landschaftsarchitektur für den zentralen Park im größten Entwicklungsgebiet der Stadt Wien als Sieger hervor. Ihre Interpretation der Auslobung hat dem Freiraum des Entwicklungsgebiets eine neue Rolle als Dreh- und Angelpunkt im Masterplan zugewiesen." (Ga+La 10/2016 S.37)
Die beiden Parkanlagen bilden das Herzstück des neu entstehenden Stadtquartiers „Aspern Seestadt" in Wien, wo nach den ersten 8.000 Pionieren, die seit 2015 in der Seestadt leben, bis 2030 Raum für 20.000 Einwohner und 20.000 Arbeitsplätze geschaffen werden soll.

Zeitgleich zum Einzug der ersten Bewohner wurden neben der Eröffnung der U-Bahnlinie die fertiggestellten Parkanlagen der Öffentlichkeit übergeben da die Stadtentwicklungsstrategie vorgibt, öffentliche Infrastruktur, soziale Einrichtungen und Frei- und Grünräume abgestimmt im zeitlichen Einklang mit der Immobilienentwicklung zu schaffen.

Die Seestadt liegt im Wiener Nordosten. Sie ist eingebettet in stadtrandtypische Siedlungsstrukturen mit einer Mischung aus alten Ortskernen, lockerer Wohnbebauung jüngerer Stadterweiterungsgebiete, Landwirtschaft und Gewerbe.

Unter anderem führte der steigende Bedarf an Wohnraum 2002 zur Entscheidung, das Flächenpotential auf dem ehemaligen Flugfeld zur Entwicklung eines neuen Stadtteils zu nutzen. Heute stellt das Projekt die größte Stadtentwicklungsmaßnahme Wiens dar und zählt zu den größten Städtebauprojekten Europas.

Im Januar 2006 erhielt das Team Tovatt Architects & Planners nach einem zweistufigen Verfahren den Zuschlag zur Erarbeitung eines Masterplans. Dieser Masterplan formuliert neben einem feingliedrigen System aus öffentlichen Freiräumen die zentrale Parklandschaft um einen See als „Herzstück der Seestadt“.

Dieses „Herzstück“ in seiner konkreten Programmatik und seiner Gestalt zu definieren war die Aufgabe des Realisierungswettbewerbs zum Aspern Seepark. Das Ergebnis dieses Wettbewerbs mit den Akteuren der Stadtentwicklung und Stadtraumproduktion in der Seestadt zu verhandeln und die erforderlichen Anpassungen unter ständiger Berücksichtigung der Ziele des Wettbewerbs vorzunehmen, die Herausforderung bei der Planung des 1. Bauabschnitts.

Seepark und Yella-Hertzka-Park stellen das Ergebnis dieser Planungsarbeit über drei Jahre dar, die in enger Kooperation mit der Verwaltung der Stadt Wien und der Entwicklungsgesellschaft der aspern Seestadt, der wien3420 AG erarbeitet wurde.

Die Gestalt der beiden benachbarten Parkteile ist einheitlich entwickelt. Der See stellt dabei das zentrale Element der Parkgestaltung dar. Die Modellierung der Rasen- und Wiesenflächen, die Ausprägung der Uferprofile, die Positionierung der Gehölzformationen, das Spiel mit räumlichen Elementen bezieht sich großteils auf die Wechselwirkung zwischen Parkbesucher oder Stadtbewohner und dem See.

Eine Parkpromenade aus Ortbeton und Asphalt fasst die städtischen Kanten der Parks und dient als robustes Rückgrat. Sie verbindendet das Quartier mit seiner umgebenden Landschaft, die Parks untereinander und die diversen angrenzenden Stadträume mit den Parks. Abschnittsweise lösen sich Promenadenarme in die Binnenflächen, im Seepark überquert ein solcher Promenadenstrang über ein Brückenbauwerk den See. Die Planung des "Stegs über die Schilfbucht" oblag den Landschaftsarchitekten.

Besondere Orte begleiten die Promenade und statten die Parks mit attraktiven Angeboten aus. Es entsteht eine Folge aus Spielbereichen, die einer eigenen Gestaltsprache folgen und konsequent einem Farbschema entsprechen. Die Spielgeräte wurden spezifisch für das Projekt entworfen und zur Ausführungsreife entwickelt.

Ein Weg aus abgestreuter Wassergebundener Decke führt die Besucher uferbegleitend durch den Park.

Eine weitere Besonderheit im Seepark stellt die Grenze zwischen Wiesen- und Wasserfläche und Promenade dar. Elegante Betonfertigteile gliedern über eine variierende Höhenabfolge die Raumeinheiten, fangen Höhensprünge, bilden Sitz- und Liegeangebote und definieren Orte besonderer Blickbeziehungen.


Parkpromenade und ihre Schnittstelle zur umgebenden Stadtlandschaft © STUDIO HANNS JOOSTEN, 2016


Blick auf den Seepark aus der angrenzenden Bebauung © STUDIO HANNS JOOSTEN, 2016


Parklandschaft © STUDIO HANNS JOOSTEN, 2016


Seepromenade Süd © STUDIO HANNS JOOSTEN, 2006


Fenster auf die spätere Nordpromenade und die Nordquartiere © STUDIO HANNS JOOSTEN, 2016


Sommersonnenbucht © STUDIO HANNS JOOSTEN, 2016


Ufer- und Wasserpflanzung © STUDIO HANNS JOOSTEN, 2016


Steg über die Schilfbucht © STUDIO HANNS JOOSTEN, 2016


Land´s end in der Abendsonne © STUDIO HANNS JOOSTEN, 2016


Rollinsel unter dem U-Bahntragwerk © STUDIO HANNS JOOSTEN, 2016


Entwurfsverfasser
Laura Vahl, Lavaland GmbH Landschaftsarchitektur

Mitarbeiter
Martina Schwarz, Victor Garcia Segarra, Björn Lotter, Friederike Zillmer, Sebastian Rübenacker, Julia Kattinger

Deniz Dizici, Treibhaus Landschaftsarchitektur | Berlin

Mitarbeiter
- - -

Gerko Schröder, Treibhaus Landschaftsarchitektur | Hamburg

Mitarbeiter
Rouven Wagner, Julia Schulz


Fachplaner / Bauleitung
Kooperationspartner vor Ort LPH 6-8: 3zu0 Landschaftsarchitektur, Wien
Tragwerksplanung Brücke: Werkraum Ingenieure ZT-GmbH , Wien

am Bau beteiligte Firmen
ARGE Seepark Aspern
Brückenbauwerk: HABAU
Spielgeräte: Moser Spielgeräte


Auftraggeber | Bauherr
Wirtschaftsagentur Wien und Wien 3420 AG sowie die Magistratsabteilungen 42 (Wiener Gärten) und 45 (Wiener Gewässer)

Bearbeitungszeitraum
2012-2015

Planungs- / Baukosten
Baukosten 5.800.000€