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SchieferErlebnis

Dormettingen

Nach Jahren des Rohstoffabbaus stand auf einer 10 Hektar großen Fläche zwischen der Gemeinde Dormettingen und dem Zementwerk Dotternhausen die Rekultivierung an. Die ursprünglichen Rekultivierungspläne waren veraltet und wurden gemeinsam mit der Gemeinde, den Interessensverbänden, dem Naturschutz und den Behörden grundsätzlich überarbeitet. So entstand das Projekt, das heute SchieferErlebnis heißt und für die Region Oberes Schlichemtal eine Besonderheit darstellt.

Vom Schieferbruch zum SchieferErlebnis:
Nach Jahren des Rohstoffabbaus stand auf einer 10 Hektar großen Fläche zwischen der Gemeinde Dormettingen und dem Zementwerk Dotternhausen die Rekultivierung an. Die ursprünglichen Rekultivierungspläne waren veraltet und wurden gemeinsam mit der Gemeinde, den Interessensverbänden, dem Naturschutz und den Behörden grundsätzlich überarbeitet. So entstand das Projekt, das heute SchieferErlebnis heißt und für die Region Oberes Schlichemtal eine Besonderheit darstellt.


In Rekultivierung steckt Kultur:
Schwerpunkt des Projektes war die Aufarbeitung und Inwertsetzung des kultur-historischen Erbes einer durch den Ölschieferabbau geprägten Kulturlandschaft. Es bestand der Wunsch einige der durch den Abbau entstandenen Strukturen (Bruchkanten, Steilwände, Steinbruchbiotope etc.) dauerhaft zu erhalten. Ziel war es, zu zeigen, wie eng Industriegeschichte, Geologie, Paläontologie, Biodiversität, Mensch und Natur miteinander vernetzt sind. Es galt, die frühere und heutige Nutzung des Rohstoffs Ölschiefer und dessen besondere Bedeutung für die Region hervorzuheben und für die Besucher erlebbar zu machen. In diesem Zuge wurden auch die vorhandenen Relikte des Ölschieferabbaus aus der NS-Zeit gesichert und aufgearbeitet – dieser „dunkle“ Teil der Dormettinger Ortsgeschichte schließt sich mit dem gleichzeitig geschaffenen „Erinnerungspfad Unternehmen Wüste“ direkt an das SchieferErlebnis an.


Freiraumgestaltung schafft vielfältiges Nutzungsangebot:
Das ehemalige Ölschiefer-Steinbruchgelände wurde nicht komplett aufgefüllt. Es hat durch eine großzügige Erdmodellierung eine Transformation erfahren, die Bezug zur ehemaligen Steinbruchsituation nimmt. So entstand ein einzigartiger Landschafts-park, der seinen Besuchern vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bietet.

Dabei bildet der Fossiliensammelplatz umgeben von einer Wasserlandschaft das Kernstück der Anlage. Daran schließt sich ein Amphitheater mit Freilichtbühne an – ein idealer Ort für Konzerte, Fest, Theater, Open-Air-Kino und vieles mehr. Ein Ort, den die Bürger der Gemeinde Dormettingen bislang vermissten.

Vereinzelte Informationsstationen im Gelände weisen auf wesentliche Aspekte des Ölschiefers hin – so zum Beispiel auf Geologie und Rohstoff, Fossilien, Geschichte des Ölschieferabbaus und der Zementherstellung, Bedeutung des Wassers.

Für die jüngeren Besucher ist ein „Bergbauspielplatz“ entstand. Mit dem „Spielturm“ und dem „Klangturm“ lehnt er sich an die Silhouette des im Hintergrund sichtbaren Zementwerks an. Durch die mächtigen Baumstämme und Gesteinsbrocken liefert er Assoziationen an die Urwelt und lädt zum kreativen, entdeckerischen Spiel ein.


Das Wassersystem im Park – ein natürlicher Reinigungskreislauf:
Die Schwerpunkte Ökologie und harmonische Gestaltung ziehen sich durch alle Bereiche des Parks. So auch bei beim Wassersystem und seinen spielerischen Wasser-Elementen. Die Wasserreinigung des Sees verzichtet vollkommen auf chemische Zusätze. Bereits durch die natürliche Oberflächengestaltung kann das anfallende Regenwasser flächig versickern oder verdunsten. Darüber hinaus anfallendes Wasser wird zunächst in einer sogenannten Rigole gesammelt und drei Reinigungsbiotopen zugeführt, wo das Wasser über einen natürlichen Prozess gereinigt wird. Von hier fließt ein Teil des sauberen Wassers zu den verschiedenen Wasserspielstellen.


Der See ist 5.500 m² groß und bis zu fünf Meter tief. Das Oberflächenwasser des Parks wird in einer 600 m³ großen Rigole gesammelt um den See nachzuspeisen. © Nino Strauch, Siegmund Landschaftsarchitektur, 2015


Das Wasser Schema zeigt den Kreislauf der Sammlung, Reinigung und erneuten Einspeisung des Wassers im SchieferErlebnis Park. © Ramboll Studio Dreiseitl, 2016


Die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten sind durch einen Ausstellungsweg verbunden, auf welchem der Besucher geologische und kulturlandschaftliche Zusamenhänge entdecken kann. © Ramboll Studio Dreiseitl, 2015


Der Ausstellungsweg ist dafür ausgelegt unterschiedliche Sinne der Besucher anzusprechen. Auf Informationstafeln können Texte gelesen werden, auf dem Klopfplatz kann nach Ammoniten gesucht werden. © Nino Strauch, Ramboll Studio Dreiseitl / Siegmund und Winz, 2015


Zementobjekte dienen der kreativen Informationsübermittlung. Sie sind von ihrer Form her einem halbierten Laibstein nachempfunden. Diese können Vorort gefunden werden und bergen häufig Ammoniten. © Nino Strauch, Siegmund Landschaftsarchitektur, 2015


Der „Klopfplatz“ bietet die Möglichkeit für Jung und Alt im Ölschiefer 180 Millionen Jahre alte Ammoniten und viele andere Fossilien zu finden. © Nino Strauch, Ramboll Studio Dreiseitl / Siegmund und Winz, 2017


Zwei acht Meter hohe bespielbare Betontürme symbolisieren die Produktion der Rohstoffe zu Zement. In einer ausgedehnten Betonlandschaft mit bespielbaren Wassermulden wird das neu entstandene Produkt Beton gezeigt. © Ilse Siegmund, Siegmund Landschaftsarchitektur, 2015


Lokale Bands bespielen das Amphitheater. © Ilse Siegmund, Siegmund Landschaftsarchitektur, 2015


Das Open Air Gelände bietet Platz für bis zu 5.000 Personen, das Amphitheater für etwa 400 Personen. © Leopold Dzajkic, ELEMENTS FESTIVAL, 2015


Während dem jährlich im SchieferErlebnis stattfindenden Festival Elements wird eine Bühne direkt am Wasser aufgestellt. © Leopold Dzajkic, ELEMENTS FESTIVAL, 2015


Entwurfsverfasser
Dieter Grau, Ramboll Studio Dreiseitl und Siegmund Landschaftsarchitektur

Mitarbeiter
Rudolf Mager, Ilse Siegmund, Holger Winz, Hendrik Porst, Stefan Brückmann, Berthold Flieger, Gustavo Glaeser, Christoph Würthle


Fachplaner / Bauleitung
Siegmund Landschaftsarchitektur, Ramboll Studio Dreiseitl, Kukuk GmbH, Polyplan

am Bau beteiligte Firmen
Kukuk GmbH, Fahrner + Kölmel, Breinlinger Ingenieure, Ing.Büro Becker


Auftraggeber | Bauherr
Holcim (Süddeutschland) GmbH, Gemeinde Dormettingen

Bearbeitungszeitraum
2012 - 2014

Planungs- / Baukosten
rund 5,8 Mio. EUR