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Platz vor dem Fürstenberghaus

Münster

Ein Plateau für Fürstenberg - Durch das erhöhte Plateau wird die Platzfläche neu definiert und von den Wegeflächen getrennt. Mit der zurückhaltenden Gestaltung werden die Bestandsbäume und umgebenden Gebäude in Szene gesetzt. Damit wird in prominenter Lage unweit des Münsteraner Doms und gegenüber dem neuen LWL-Museum für Kunst und Kultur ein vielseitig nutzbarer, atmosphärischer Stadtplatz mit hoher Aufenthaltsqualität und Funktionalität geschaffen.

Franz Friedrich Wilhelm von Fürstenberg, ein wichtiger Staatsmann im Fürstbistum Münster in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, ist Namensgeber des Fürstenberghauses das heute die Fachbereiche für Geschichte und Philosophie der Universität Münster beherbergt. Ein Anbau im Innenhof des Museums sowie die drängende Problematik, eine Lösung für das überhand nehmende wilde Abstellen von Fahrrädern zu finden, machten eine Neugestaltung des Platzes notwendig.

Das große Potential dieses klar gefassten Stadtraums in zentraler Lage stellen der über 20m Meter hohe Urweltmammutbaum – ein Naturdenkmal – und direkt daneben eine mächtige Rot-Eiche dar. Unser Entwurf erhält und schützt die Bäume langfristig und integriert sie als wesentliche Elemente in die neue Platzgestaltung.

Ein weitläufiges Plateau mit umlaufenden Stufen prägt den Platz und lässt die barrierefreie Erschließung der umliegenden Gebäude zu. Die Stufen fassen den erhöhten Standort der alten Bäume, schaffen einen gegenüber den umliegenden Bewegungsräumen geschützten Ort für Aufenthalt und sorgen für eine natürliche Barriere gegenüber wildem Fahrradparken. Unter den mächtigen Bäumen schützen großzügige Sitzpodeste den Wurzelraum und bieten mit einem Holzbelag schattige Aufenthaltsgelegenheiten für Studierende und Besucher der Museen und der Innenstadt. Die Baumscheiben sind mit Stauden, Gräsern, Farnen und Blumenzwiebeln bepflanzt. Durch die Pflanzenauswahl erlebt der Besucher zu jeder Jahreszeit eine attraktive Bepflanzung mit unterschiedlichen Blühaspekten. Es ist ein erhabener Ort für Rückzug, Begegnung und Aufenthalt inmitten der dichten Altstadt entstanden.

Ein weiteres zentrales Element des Platzes ist die Skulptur von Franz Friedrich Wilhelm von Fürstenberg. Es wurde prominent auf dem Plateau positioniert.

Als Bodenbelag wurde ein sandsteinfarbener Betonstein ausgewählt. Farbe und Formate orientieren sich am Sandstein der Sockel und Fensterlaibungen der historischen Gebäude und korrespondieren mit der Fassade des LWL Museums für Kunst und Kultur. Der gleiche Farbton wurde für die Treppenstufen gewählt. Damit erscheint das Plateau wie aus einem Guss und der Besucher erlebt einen unaufgeregten Ort in warmen Farbtönen.

Fassadenstrahler und Mastleuchten sorgen für die funktionale Beleuchtung des Verbindungswegs zur Aa und zu den Eingängen der Gebäude. Auf dem Plateau werden lediglich die Fürstenbergskulptur und die Kante der Sitzpodeste akzentuiert.

Der neue Platz am Fürstenberghaus bleibt ebenso wie die öffentlichen Gehwege am LWL Museum frei von Fahrradabstellanlagen. Um den großen Bedarf an Stellplätzen zu decken, ist seitlich des Verbindungswegs zur Aa ein Fahrradparkhaus konzeptionell angedacht. Das Obergeschoss wäre niveaugleich vom Fürstenbergplatz aus erreichbar, das Untergeschoss von der tiefer liegenden Johannisstraße.


Haus und Platz sind benannt nach Franz Friedrich Wilhelm von Fürstenberg, ein wichtiger Staatsmann im Fürstbistum Münster. Seine Skulptur wurde prominetn t auf dem Plateau positioniert. © Claudia Dreysse, Planergruppe Oberhausen, 2018


Blick vom Platz in Richtung Dom mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur im Vordergrund © Claudia Dreysse, Planergruppe Oberhausen, 2018


Prägend für den Platz sind der große Urweltmammutbaum und die mächtige Rot-Eiche. © Claudia Dreysse, Planergruppe Oberhausen, 2018


Lageplan - Der Platz wird gerahmt vom Fürstenberghaus und dem Geomuseum der WWU. © Planergruppe Oberhausen, 2018


Der Jesuitengang südlich des Platzes ist Verbindungsweg zum Grünzug der Aa. © Claudia Dreysse, Planergruppe Oberhausen, 2018


Das Podest rund um die Rot-Eiche wird auf der Südseite zum Sitz- und Liegeelement. © Claudia Dreysse, Planergruppe Oberhausen, 2018


Die Stufen fassen den erhöhten Standort der Bäume und schaffen einen gegenüber den umliegenden Bewegungsräumen geschützten Aufenthaltsort. © Claudia Dreysse, Planergruppe Oberhausen, 2018


Gegenüber des Platzes liegt der Haupteingang des LWL-Museums für Kunst und Kultur. © Claudia Dreysse, Planergruppe Oberhausen, 2018


Großzügige Sitzpodeste schützen den Wurzelraum der Bäume und bieten schattige Aufenthaltsgelegenheiten. © Claudia Dreysse, Planergruppe Oberhausen, 2018


Unter den Bäumen ist ein atmosphärischer Ort für Rückzug, Begegnung und Aufenthalt inmitten der Großstadt entstanden. © Claudia Dreysse, Planergruppe Oberhausen, 2018


Entwurfsverfasser
Andreas Hegemann, Planergruppe GmbH Oberhausen

Mitarbeiter
Ute Aufmkolk
Nicole Steyer
Sorin Lalescu
Laura Kuhl


Fachplaner / Bauleitung
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am Bau beteiligte Firmen
Benning GmbH & Co. KG, Münster


Auftraggeber | Bauherr
Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Bearbeitungszeitraum
2015 bis 2017

Planungs- / Baukosten
60.000 € / 350.000 €