Bitte warten Sie.
Ihre Datei wird zum Server gesendet.


Stadtentwicklung

Eutin

Eutin ist ein gutes Beispiel, wie eine Stadt, die ohnehin von einer außerordentlichen Lagegunst zwischen zwei Seen profitiert, durch gezielte Eingriffe ihre Identität deutlich schärft. Attraktive, nutzbare Freiräume und neue Wegeverbindungen am Großen Eutiner See bringen die Stadt „zurück ans Wasser“. Die Wiederentdeckung der Wasserlagen wirkt profilbildend für Tourismus und Standortmarketing und erhöht die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt.

Verzahnung von Stadt und See.
Eutin ist als Mittelzentrum, Wohn- und Arbeitsstandort regional bedeutend. Die Alt- und Innenstadt, geprägt von Fachwerk und klassizistischen Bauten und dem barocken Wasserschloss, liegt malerisch zwischen großem und kleinem Eutiner See. Die begünstigte Lage im Naturpark Holsteinische Schweiz macht die Region zu einer der beliebtesten Tourismusregionen im norddeutschen Binnenland. In dieser besonderen Lage gab es nur wenig Freiräume und Aufenthaltsmöglichkeiten am Seeufer. Der Entwurf nahm konzeptionell Bezug auf den Landschaftsgarten des 18.-19. Jahrhunderts, der das barocke Eutiner Wasserschloss umgibt, und verbindet die Stadt über den Park wieder mit dem Wasser. Der Umgang mit dem Bestand spielte eine besondere Rolle bei der Planung, so öffnet eine großzügige Freitreppe den Schlossplatz zum See. Neue Wegeführungen, die als Sichtachsen zwischen den neuen Spiel- und Bewegungsräumen und dem See liegen, setzen sich als hölzerne Stege in den See hinein fort, weiten sich am Endpunkt als Plattform mit Sitzpodesten und lassen attraktive Aufenthaltsmöglichkeiten direkt am Wasser entstehen. Die Akzentuierung und Wiederentdeckung der außergewöhnlichen Wasserlagen wirkt profilbildend für Tourismus und Standortmarketing und fördert die Eigenidentifikation der Bürger mit der Stadt.

Stadtbucht als verbindende Klammer.
Mit Blickbezügen auf den See, die Stadtbucht und das Schloss ist das Wasser nun integraler Bestandteil des Parks. Es entstand eine neu interpretierte, sichtbar zeitgenössische Kulturlandschaft. In unmittelbarer Nähe zur historischen Altstadt, stellt die umfassend neugestaltete Stadtbucht den städtischen Auftakt des neuen Freiraumerlebnisses dar, die als Scharnier den historischen Schlossgarten mit dem Seepark verbindet. Die weitläufige Promenade aus anthrazitfarbenem Natursteinpflaster verbindet optisch Stadt und See. Durch die Bucht flaniert man auf großformatigen Gehwegplatten bis in den Seepark. Ein Holzdeck folgt der Uferpromenade und rahmt die Stadtbucht ein. Gefaltete Sitzmöbel schaffen Aufenthaltsbereiche direkt an der Wasserkante. Ein großzügig geschnittenes Holzdeck erweitert die Promenade in den See und lädt zum Verweilen ein. So konnten Attraktivität als Wohnort für junge Familien, wie ebenso touristische Anziehungspunkte geschaffen werden.

Reaktivierung des Seeparks.
Der Seepark ist als Gegenpol zum historischen Schlossgarten entwickelt und entlastet diesen vom bisherigen Nutzungsdruck. Die Spielangebote lagern sich an die neuen Parkachsen zum Wasser an. Die Gliederung der Spielaktivitäten sowohl inmitten als auch am Rand des Seeparks funktioniert als verbindendes Element. Dabei zielt die Verteilung über die Fläche, insbesondere die Platzierungen entlang der Wege, auf die spontane Nutzung. Im nördlichen Bereich befindet sich der Seespielplatz, der mit den Themen See und Wald die ortsspezifischen Besonderheiten aufgreift. Betonwellen, Wackelwald, Baumhäuser, die zum Hangeln und Klettern motivieren, ein reusenartiger Netztunnel und das abstrakte Spielschiff integrieren die ikonischen Formen der Umgebung. Mit dem Waldgartenband an der Bebauungskante zur Stadt erhält der Seepark den Charakter eines Stadtparks. Unter alten Bäumen finden sich Boule, Tischtennis, Schaukeln, Fitnessgeräte: Angebote für alle Generationen. An einen Sandstrand schließen sich Sportflächen für Beachvolleyball und Streetball sowie eine Liegewiese und Ruhebereiche an.


Die neu gestaltete Stadtbucht verbindet als starke Klammer den historischen Schlossgarten mit dem Seepark. © Hanns Joosten, A24 Landschaft, 2020


Eine großzügige Freitreppe öffnet den Schlossplatz zum See. © Hanns Joosten, A24 Landschaft, 2020


Die neu interpretierte Promenade aus anthrazitfarbenem Natursteinpflaster verzahnt optisch Stadt und See. © Hanns Joosten, A24 Landschaft, 2020


Ein Holzdeck folgt der Uferpromenade und rahmt die Stadtbucht ein. Gefaltete Sitzmöbel schaffen Aufenthaltsbereiche direkt an der Wasserkante. © Hanns Joosten, A24 Landschaft, 2020


Großzügige Achsen strukturieren den Park und durchschneiden den Bestand. © Hanns Joosten, A24 Landschaft, 2020


Sie setzen sich als hölzerne Stege in den See hinein fort und betonen die Endpunkte mit Aufenthaltsmöglichkeiten auf dem Wasser. © Hanns Joosten, A24 Landschaft, 2020


An die Sichtachsen lagern sich die Spiel- und Sportflächen an und integrieren den alten Baumbestand. © Hanns Joosten, A24 Landschaft, 2020


Die skulpturale Betonwelle des Seespielplatzes setzt einen gestalterischen Akzent und dient als Spielfeldabgrenzung, Liegefläche und Spiellandschaft. © Hanns Joosten, A24 Landschaft, 2020


Der thematische Bezug der Spielobjekte stärkt die Verbindung zum Ort, ein Wackelwald fördert die Geschicklichkeit oder man hangelt sich in die hängenden Baumhäuser hoch. © Hanns Joosten, A24 Landschaft, 2020


Der thematische Bezug der Spielobjekte stärkt die Verbindung zum Ort, ein Wackelwald fördert die Geschicklichkeit oder man hangelt sich in die hängenden Baumhäuser hoch. © Hanns Joosten, A24 Landschaft, 2020


Entwurfsverfasser
Steffan Robel Jan Grimmek, A24 Landschaft Landschaftsarchitekturbüro GmbH

Mitarbeiter
Projekt: Joachim Naundorf, Carole Blessner, Maren Jeschke, Hendrikje Unteutsch, Ralf Johanning
Wettbewerb: Sibylle Lacheta


Fachplaner / Bauleitung
Baukontor Dümke GmbH

am Bau beteiligte Firmen
Baukontor Dümke GmbH


Auftraggeber | Bauherr
Stadt Eutin
Ansprechpartner: Frau S. Stange, Fachdienst Stadt- und Gemeindeplanung, Lübecker Straße 17, 23701 Eutin, Tel.:04521-793 330 Fax:04521-793 4310, s.stange@eutin.d

Bearbeitungszeitraum
06/2013-04/2016

Planungs- / Baukosten
7 Mio. Daueranlage