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Bürgerwiese [büw]

Oberschöneweide Slabystraße, 12459 Berlin

„Alle für die Bürgerwiese – die Bürgerwiese für alle“. Die Erinnerung an eine furiose wirtschaftliche Geschichte des Ortes, der heute spürbare Aufbruch und die Kraft bürgerschaftlichen Engagements sind im neuen Park ablesbar. Aus der Geschichte heraus wurde der Brache des ehemaligen BAE-Akumulatoren-Werkes eine neue, sinnstiftende Identität gegeben.
Die großartige Kulisse der Bürgerwiese, die Historie des Ortes und seine wirtschaftliche Bedeutung werden auf Schautafeln erklärt und vermittelt. Ebenso wie die „Bullen von Oberschöneweide“ oder die „Bullenbahn“ - so nannte der Volksmund wegen ihrer Kraft die Lokomotiven und die Industriebahn Oberschöneweide, als „Zugtier“ auf dem neuen Spielplatz steht.

Bürgerwiese
Ganz im Geiste Peter Joseph Lennés, der im 19. Jahrhundert die Bürgerwiese in Dresden schuf und eine sozialverträgliche Stadtplanung Berlins mit landschaftsgestalterischen Ideen verband, steht die Umgestaltung der Konversionsfläche des Akkumulatorenwerks zum neuen Park Bürgerwiese. Im Gegensatz zu Lennés Zeiten nehmen jedoch heute die Bürger aktiv an der Gestaltung teil, frei nach dem Motto "Eine Bürgerwiese für alle - alle für eine Bürgerwiese“. Nach umfangreichen Bodensanierungen wurde auf der Brache ein Park mit Bewegungs- und Spielangeboten eröffnet, der eine große Freifläche für lokale Akteure mit ihren Ideen offenhält.
Historische Spuren – Spurensuche
Der Panoramaturm am Standort des ehemaligen Schornsteins der BAE-Werke erinnert an das markante Höhenzeichen des ehemaligen Werksgeländes. Von seiner Plattform aus bietet sich ein Überblick über die prägnante Kulisse der denkmalgeschützten Industriearchitektur Berlin-Oberschöneweides - vom Behrens-Turm bis zum WF-Kulturhaus und den Krantürmen der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Diese großartige Kulisse und die Historie des Ortes werden auf Schautafeln, die mit Unterstützung des Stadtmuseums Köpenick entwickelt wurden, vermittelt. Die klaren Gebäudegrundrisse des ehemaligen Industriewerkes sind in der Wegeführung des Parks aufgegriffen, die beeindruckenden Klinkerfassaden der angrenzenden Werksgebäude werden als historische Relikte präsentiert. „Bullenbahn“ - so nannte der Volksmund die Industriebahn Oberschöneweide, die auch durch die Wilhelminenhofstraße bis auf das Gelände des Akkumulatorenwerkes fuhr. Der „Blaue Bulle“ – die Elektrolokomotive LEW EL 4 - zog ab Ende der 1970er Jahre die Bullenbahn. Ein Blauer Bulle steht als „Zugtier" heute auf dem neuen Spielplatz.
Räume
Die beiden unterschiedlichen Parkräume der Bürgerwiese verbindet ein Rundweg, der neue Ausblicke und Eindrücke ermöglicht. Als Jogging- und Walkingstrecke mit an der Wegestrecke angeordneten Trimmgeräten wird er zum Fitnessparcours. Eine große Wiese verschafft der Parkanlage Raum und Weite. Es gibt Picknickinseln unter Gehölzen, man kann hervorragend Drachen steigen lassen, spielen oder sich mit Freunden treffen. Sie ist das große Testfeld für bürgerliche Aktivitäten für z.B. Urban Gardening und kann bei Bedarf eingezäunt werden. Vorgesehen ist seitens des Bezirksamtes die Fläche Vereinen oder anderen freien Gruppen zur Verfügung zu stellen. Die kleine Wiese mit dem Spielplatz „Blauer Bulle“ und den Wiesenwellen steht mit ihrer dynamischen, kleinteiligen Gestaltung im Kontrast zur Weite der großen Wiesenfläche. Der „Blaue Bulle“ zieht mit seiner Kraft ein ganzen Stangenwald über die Wiesenwellen: Orte zum Spielen, Klettern und Schaukeln, betont durch Bodenwellen ergeben ein neues Raumerlebnis. Sitz- und Liegeinseln sind Rückzugsorte innerhalb des kleinen Parks. Wenn die Bürgergärten mit einem Zaun umgeben werden sollten, kann dieser Teil der Bürgerwiese wie ein selbstständiger Park fungieren und so flexibel auf zukünftige Nutzungen reagieren. Eine lineare Wegeachse durchzieht die verschiedenen Räume der Bürgerwiese vom Stadtplatz bis zum Panoramaturm.
Pflanzung
Hainbuchen in Säulenform als klassischer Baum des Landschaftsgartens nehmen Bezug zu den Säulenpappeln der umliegenden Industriestandorte. Sie geben dem Park klare Raumkanten und lenken den Blick in und über den Park hinaus auf die Industriekulisse. Gleditschienbäume bilden Baumdächer und schaffen eine geschützte Atmosphäre.


02_Lageplan © herrburg Landschaftsarchitekten, 2018


03_ Jogging- und Walkingstrecke © Philipp Obkircher, herrburg Landschaftsarchitekten, 2018


04_Wegachse und Panoramaturm © Philipp Obkircher, herrburg Landschaftsarchitekten, 2018


05_Platz am Slabystraße-Vogelperspektive © Philipp Obkircher, herrburg Landschaftsarchitekten, 2018


06_Freizeit von Industriekulisse © Margarete Fuchs, herrburg Landschaftsarchitekten, 2017


07_Blick Spielplatz Bürgerwiese © Philipp Obkircher, herrburg Landschaftsarchitekten, 2018


08_Chillen im Park © Philipp Obkircher, herrburg Landschaftsarchitekten, 2018


09_Blauer Bulle © Philipp Obkircher, herrburg Landschaftsarchitekten, 2018


10_Detail Wegachse/Panoramaturm © Magarete Fuchs, herrburg Landschaftsarchitekten, 2017


11_Detail Bänke © Philipp Obkircher, herrburg Landschaftsarchitekten, 2018


Entwurfsverfasser
Mareike Schönherr, herrburg Landschaftsarchitekten

Mitarbeiter
Diana Lehmann und Lucas Rauch


Fachplaner / Bauleitung
herrburg Landschaftsarchitekten: Markus Schönherr und Susanne Rieth
Statik: ICL Ingenieure, Berlin
Grafik: SansSerif Designbüro

am Bau beteiligte Firmen
Kittel GmbH
Rafael Hohlfeld – Metallgestaltung GmbH
DiDa-Holz GbR
ProKid
Heerlein Werbetechnik


Auftraggeber | Bauherr
Bezirksamt Treptow Köpenick von Berlin.
Abteilung Bauen, Stadtentwicklung und öffentliche Ordnung
SGA, FB Grün
Neue Krugallee 4, 12435 Berlin

Bearbeitungszeitraum

Planungs- / Baukosten