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Stadtplatz und öffentliche Grünflächen im Ackermannbogen

München

Eine gute Adresse: „Am Ackermannbogen“
Zwischen Schwabing und dem Olympiagelände befindet sich das Stadtquartier „Am Ackermannbogen“. Dort sind rund 2.250 Wohnungen, kleine Läden, Cafés und gemeinschaftliche Einrichtungen sowie 550 neue Arbeitsplätze entstanden. Zentrum des 39,5 Hektar großen Quartiers ist die sogenannte „Urbane Mitte“. Öffentliche Grünflächen verbinden die Gebäude und gliedern das Areal. Neben dem Stadtwald mit historischem Baubestand und der „Großen Wiese“ gibt es besondere Orte wie den Rodelhügel, den „StadtAcker“ oder den „Ort der Stille“. Ein Wegenetz für Fußgänger, Rad- und Autofahrer sowie den ÖPNV erschließt relevante Orte miteinander: zum Beispiel das Olympiagelände mit Schwabing.

Das Erscheinungsbild des Planungsgebiets war von wild aufgewachsenem Baumbestand geprägt. Um dieses natürliche Potential zu erhalten, wurden die Eingriffe in den Bestand auf das erforderliche Minimum reduziert. Die zahlreichen Anknüpfungspunkte sowie der umfangreiche Baumbestand erforderten ein flexibles Erschließungsnetz. So werden sämtliche Wege sinnvoll verbunden, während die Wegeführung zugleich situativ reagiert und den Wurzelbereich der Bäume umgeht. Die Bäume verleihen dem Stadtteil mit seinen zahlreichen Neubauten den Charme eines „gewachsenen“, lebendigen Quartiers. In weiten Teilen konnten sie als ordnender Rahmen für Bebauung und Freiflächen erhalten werden. Neupflanzungen ergänzen diesen Bestand. Heute zeigt sich im Stadtwald ein harmonisches Nebeneinander aus Hainen, Gehölzgruppen, Baumplätzen und Lichtungen – ein idealer Ort zum Verweilen und Spielen.

Der Stadtplatz hat die Form eins gestreckten Sechsecks. Er verbindet die öffentlichen Grünflächen mit den umliegenden Wohngebäuden, Läden und Cafés auf vielfältige Weise. Der umfangreiche alte Baumbestand des beiderseits anschließenden „Stadtwaldes“ prägt das Erscheinungsbild der „Urbanen Mitte“. Neu gepflanzte Robinien, die den Stadtplatz künftig locker überstellen, verbinden beide Teile. Für eine hohe Aufenthaltsqualität sorgen auf dem Platz ein Brunnen, zahlreiche Sitzgelegenheiten an den Platzrändern sowie hohe Lichtstelen, die nachts den Platz in ein angenehmes Licht tauchen. An warmen Sommertagen springen Kinder zwischen den kleinen Fontänen des Wasserspiels. Die rund 2000 qm große Freifläche des Stadtplatzes dient auch als Ort für Veranstaltungen wie Wochenmärkte oder Quartiersfeste.

Westlich des Stadtplatzes befindet sich – eingebettet in die Vegetation des Stadtwaldes – der „Ort der Stille“. Über zwei Zugänge betritt man eine Kiesfläche mit filigranen Stahlkonstruktionen, den „Rosenbäumen“, die von Kletterrosen und Waldreben überrankt einen laubenartigen Raum bilden, der im Frühsommer in eine romantische Blütenpracht gehüllt ist. Auf der Kiesfläche laden Stühle zum Verweilen ein. Sie können von den Besuchern frei gruppiert werden. Eine benachbarte Fläche mit Stauden und Bodendeckern bietet mit ihren Blüten und Blättern zu allen Jahreszeiten einen reizvollen Anblick. Mit seiner hohen Aufenthaltsqualität setzt der Ort als Ruhezone einen Gegenpol zum belebten Stadtplatz. Er bietet ein ausgewogenes Maß an Offenheit und Rückzugsmöglichkeit.

Im Rahmen der Definition der Projektziele fanden umfangreiche Befragungen der NutzerInnen statt, deren Anregungen in die Aufgabenstellung eingegangen sind. Als besondere Nutzung wurde u. a. eine abgegrenzte Fläche für einen Nachbarschaftsgarten gewünscht. Dieser „StadtAcker“ liegt mitten im Wohngebiet östlich der Mittelschule. Eingefriedet mit einem Holzzaun befinden sich dort vier Felder mit Gemeinschafts-Beeten, diverse Beet-Gruppen, eine Obstbaumwiese und ein Gerätehaus mit Pergola, Sitzmöglichkeiten sowie einem Grundwasserbrunnen. Bei der Gartenarbeit begegnen sich Menschen jeden Alters, Bildungsgrades und jeder Herkunft. Die Beete werden gemeinsam nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet und gepflegt.

Schachfelder, Tischtennisplatten und Kickertische stehen an Wegaufweitungen für sportliche Aktivitäten aller Altersgruppen bereit. Outdoor-Fitnessgeräte wurden ganz zentral am Südende der „Großen Wiese“ errichtet. Sie sind öffentlich zugänglich und können von allen Sportinteressierten kostenlos zum Training genutzt werden.


Lageplan Ackermannbogen © Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, 2014


Durch die geschwungene Wegeführung konnte der charakteristische Baumbestand erhalten werden © Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, 2017


In die Rasenfläche sind topografisch modellierte Wildblumenwiesen eingefügt © Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, 2018


Die Hauptfahrradroute zwischen den bedeutenden Naherholungsräumen Olympiapark und Englischem Garten führt durch das Planungsgebiet. Rechts an der nächsten Wegbiegung: der Nachbarschaftsgarten © Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, 2017


Im StadtAcker wird mit großem Engagement und breiter Beteiligung gemeinschaftlich in Themengruppen gegärtnert: ökologisch und bienenfreundlich © Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, 2017


Liebevoll gepflegte Gemeinschaftsbeete im Nachbarschaftsgarten "StadtAcker" © Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, 2017


Ort der Stille: Starkwüchsige Rambler-Rosen bilden zukünftig „Rosenbäume“ © Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, 2018


Schach an einer ruhigen Stelle am Wegesrand © Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, 2018


Outdoor-Fitnessgeräte stehen für Anwohner und Parkbesucher bereit © Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, 2018


Wegeaufweitungen mit Platz für generationsübergreifende Spiele: Kicker und Tischtennis © Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, 2017


Entwurfsverfasser
Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH

Mitarbeiter
Nicolai Levin
Stefanie Ruff
Bernd Rengers


Fachplaner / Bauleitung
EGL Entwicklung und Gestaltung von Landschaft GmbH, Landshut

am Bau beteiligte Firmen
Verkehrsplanung: Planungsbüro Färber, München
Wassertechnik: b-a-u Ingenieurgesellschaft mbH, Puchheim
Landschaftsbau: Majuntke GmbH Co. KG, Mainburg
Straßenbau: Richard Schulz Tiefbau GmbH & Co. KG, Neuburg
Rosenbäume: Spielbau GmbH, Brandenburg


Auftraggeber | Bauherr
Landeshauptstadt München, Baureferat Gartenbau

Bearbeitungszeitraum
2014-2017

Planungs- / Baukosten