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Festungspark Fort Asterstein

Koblenz

Die Großfestung Koblenz und die Festung Ehrenbreitstein sind Bestandteil des UNESCO-Welterbes Mittelrheintal. Sie ist die erste Vertreterin der Typologie von Großfestungen des 19. Jahrhunderts. Mit einer adäquaten Freiraumgestaltung soll die Wahrnehmbarkeit der als Denkmäler ausgewiesenen Festungsteile Fort Asterstein, Feste Kaiser Franz und Fort Großfürst Konstantin erhöht und das Potential der umgebenden Freiflächen als öffentliche Parkanlagen genutzt werden.

FESTUNGSPARK FORT ASTERSTEIN - Das hoch über Koblenz gelegene Fort Asterstein war zunächst ein Vorwerk des Ehrenbreitsteins bevor es als eigenes Festungssystem ausgebaut wurde. Das ‚historische Bild‘ der Festung, errichtet von 1819 bis 1826, stellt nur einen von mehreren Aspekten der Freiraumgestaltung dar. Das Areal besitzt eine hohe Bedeutung für Naherholungs- aber auch Veranstaltungsnutzungen und ist ein verknüpfendes Passstück im Freiraumsystem der Stadt Koblenz. Das Leitbild für die Entwicklung ist nicht die Rekonstruktion eines statischen Zustandes, sondern das Zusammenspiel der verschiedenen Zeitschichten in einem zukunftsfähigen Festungspark. Dieser wird durch die Freistellung des Reduits als ‚Schmuckstück im Park‘ und die lockere Fassung eines Birkenrasters auf den Flächen der ehem. Grabenanlagen bestimmt. Schmale Wege erschließen die teils steile Topografie und verknüpfen zum Stadt- und Landschaftsraum. Der Vielschichtigkeit des Ortes und dessen Überformung durch die Nutzung als Friedhofserweiterungs- und Sportplatzfläche in der Nachkriegszeit wird dabei ebenso Raum gegeben wie dem über die Jahrzehnte aufgewachsenen Wäldchen auf den bis heute mit Trümmern überdeckten Flächen östlich des Reduits. Über den Erhalt von naturnahen Rückzugsflächen, die Integration von Altbäumen und Totholz sowie die Neuschaffung von Lebensräumen u.a. für Eidechsen erfüllt der Park ebenso ökologische Funktionen. Aktuell etablieren sich neue und teils unerwartete Nutzungen, rollende Kinder- und Jugendliche treffen spazierende ältere Generationen, ein überregionales Streetart-Festival ist für den Sommer 2021 vorgesehen…

ENTWICKLUNGSPROZESS – Basierend auf einem abgestimmten Gesamtkonzept wurde von 2017 bis 2019 der erste Bauabschnitt mit einem Schwerpunkt auf die barrierefreie Wegeführung zwischen dem an der Hangkante zum Rhein gelegenen Aussichtsbalkon und dem Reduit des Fort Astersteins geplant und fertiggestellt. Die Erweiterungsflächen des Astersteiner Friedhofes wurden in den Park integriert und die Sichtbezüge zur Ehrenbreitstein sowie zum Fort Konstantin aus dem dichten Baumbestand freigestellt. Bis zur BUGA 2029 sollen die historischen Bauwerke saniert und erlebbar gemacht und der Festungspark über mehrere Abschnitte sukzessive vervollständigt werden.

GESTALTUNG UND DETAILS - Neben den speziell für den Park entwickelten großformatigen und durch kraftvolle Profile gekennzeichneten Bänken, wird die Nutzung der Parkwiesen durch locker aber gezielt gesetzte Wiesenmöbel aus Werkbeton zusätzlich stimuliert. Diese ergänzen das für die Festungsparks entwickelte Wegeleit- und Informationssystem durch die konkrete Markierung von Orten wie z.B. der Eschenallee entlang des Kolonnenweges, unterstützt durch ein barrierefreies digitales Leitsystem. Ebenso wurde in Zusammenarbeit mit Studio Sophie Jahnke und dem Historiker Manfred Böckling eine temporäre Freiraumausstellung zur Geschichte des Ortes entwickelt.


Festungspark Fort Asterstein, Blick zum Reduit © Marc Leppin, Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, 2020


Blick entlang des ehemaligen Kolonnenweges, Blick zum Reduit © Marc Leppin, Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, 2020


Reduit im Park, Wiesenmöbel und Birkenraster © Marc Leppin, Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, 2020


Wegeschleife und Panoramablick © Marc Leppin, Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, 2020


Platz am Obelisken / Blick über Koblenz © Marc Leppin, Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, 2020


Wiesenmöbel, Werkbeton © Marc Leppin, Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, 2020


Lageplan Gesamtkonzept Festungspark Fort Asterstein (rote Kontur 1. BA) © Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, 2018


Entréeplatz am Reduit © Marc Leppin, Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, 2020


Wegeleitsystem im Park / Oberflächen Wege und Plätze © Franz Reschke, Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, 2020


Detail Ausstattung / Wegeleit- und Informationssystem © Franz Reschke, Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, 2020


Entwurfsverfasser
Franz Reschke, Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH

Mitarbeiter
Projekt: Ninon Weber-Wittenberg, Janina Gäckler, Jan Ole Rolfes
Wettbewerb: Janina Gäckler, Jan Ole Rolfes, Malgorzata Stryjek, Lasse Malzahn


Fachplaner / Bauleitung
Martin Tochtrop, Hennef (Ausschreibung, Vergabe, Bauleitung)
Studio Sophie Jahnke (Leit- und Informationssystem)
Manfred Böckling (Historiker)

am Bau beteiligte Firmen
Wust & Sohn GmbH & Co. KG, Simmern


Auftraggeber | Bauherr
Stadt Koblenz, Eigenbetrieb Grünflächen und Bestattungswesen

Bearbeitungszeitraum
10/2017 - 10/2019

Planungs- / Baukosten
1.200.000 € brutto