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WEGE MACHEN LANDSCHAFT. Landschaftsbezogenes Wegekonzept für den Münchner Grüngürtel

München

Konzept zur funktionalen und ästhetischen Erschließung der vielfältigen Landschaftsräume des Münchner Grüngürtels

Wege rhythmisieren im Zusammenspiel mit dem Gelände, der Vegetation und gebauten Strukturen das Erleben von Landschaft: Sie fädeln Bilder auf, leiten weich über oder erzeugen überraschende Kontraste. Das Konzept beantwortet die Frage: Wie können die Stadtrandlandschaften rund um München erlebt werden – mit ihren neuen wie historischen Elementen und Strukturen, mit ihren alltäglichen Schönheiten, Brüchen und Eigenarten? Und wie entsteht Schritt für Schritt ein Bewusstsein für den Wert dieser Landschaften und den Grüngürtel insgesamt?

Die Landschaftsarchitekten haben ein Wegenetz für den Münchner Grüngürtel entworfen, das intensives Landschaftserleben ermöglichen und damit zur Wertschätzung der landschaftlichen Qualitäten beitragen kann. Mit dieser explizit landschaftlichen Orientierung werden bestehende Konzeptionen und Planungen zur Verbesserung des Fuß- und Radwegenetzes, die bisher vor allem an verkehrsplanerischen Effizienz-, Sicherheits- und Bequemlichkeitsgesichtspunkten ausgerichtet sind, um eine ästhetische Komponente ergänzt. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Wachstums von Stadt und Region werden im Grüngürtel zukünftig mehr Menschen nach Bewegungs- und Entspannungsmöglichkeiten suchen. Indem die Studie die landschaftsbezogene Erholung auf und an den Wegen in den Mittelpunkt stellt, leistet sie wichtige STRATEGISCHE BEITRÄGE FÜR DIE SICHERUNG UND WEITERENTWICKLUNG DES GRÜNGÜRTELS ALS MULTIFUNKTIONALE GRÜNE INFRASTRUKTUR. Ein verbindendes System gut erschlossener Landschaftsräume am Stadtrand ist zentral für die Lebensqualität und für die gelungene VERNETZUNG MIT DEN NACHBARGEMEINDEN.

Die Studie arbeitet die Gegebenheiten und Qualitäten des Münchner Grüngürtels für ein landschaftsbezogenes Wegesystem heraus und formuliert die gestalterischen und funktionalen Anforderungen an ein solches. Landschaftsräume und Wegenetze werden detailliert untersucht und charakterisiert und eine münchenspezifische Wegetypologie entwickelt. Beispielhaft werden Ansätze und Entwürfe für die Gestaltung der Wege entwickelt. Strategische Bausteine zeigen, wie sich die Ideen konkret umsetzen lassen. Am Ende stehen Konzepte für den gesamten Grüngürtel, für die Sicherung und Weiterentwicklung der Grüngürtellandschaften und konkrete Verbesserungsvorschläge am Beispiel der Wegelandschaften im Münchner Norden. Kriterien für die Wegeauswahl, Wegetypologie und die Arbeit mit wahrnehmungsleitenden Raumstrukturen und Wegegrundgerüst werden als WERKZEUGE FÜR DIE QUALIFIZIERUNG VON GRÜNGÜRTELLANDSCHAFTEN entwickelt, angewendet und getestet.

Erarbeitet wurde die Studie in einem KO-KREATIVEN PROZESS, in dem Fachleute aus den Verwaltungen der Landeshauptstadt und ihrer Nachbarkommunen, lokale Schlüsselpersonen, etwa aus Naturschutz- und Umweltverbänden, und die interessierte Öffentlichkeit beteiligt waren. Ein wichtiges Element des Prozesses waren WALKS, auf denen sich unterschiedliche Akteure vor Ort über Potenziale und Herausforderungen verständigen konnten. So trug schon der Entstehungsprozess der Studie zur Wertschätzung des Münchner Grüngürtels und seiner Landschaften bei.

Die Studie ist Beispiel für eine INFORMELLE, GESTALTENDE LANDSCHAFTPLANUNG, die das Landschaftserleben mitdenkt. Die Konzepte zur strategischen Steuerung und Gestaltung stadtnaher Landschaften sind informeller Natur, stellen die Anschlussfähigkeit an formelle Planungen sicher.

Auf einem Maßstab, der die interkommunale Kooperation nötig macht, wird an konkreten, Landschaftsstrukturen – den WEGEN ALS LINEAREN GRÜNEN INFRASTRUKTUREN – angesetzt. Ein Ergebnis ist ein Netz öffentlicher Wege-Landschaften.

Die Studie zeichnet sich durch eine INTUITIV VERSTÄNDLICHE BILDSPRACHE aus, die auch Akteure ohne Planungshintergrund anspricht und einbindet. Die entwickelten Typologien und Raumbilder sind ortsspezifisch und stellen gleichzeitig übertragbares Transformationswissen dar.


Grüngürtellandschaft Feldmochinger Feldflur. Zeichnungen heben das Zusammenspiel aus den Achsen und Kanälen der landschaftlichen Ordnungs- und Orientierungssysteme (z.B. des Schloss Oberschleißheims) und den Wegen hervor. © Börries von Detten, Henrik Schultz, 2019


Grüngürtellandschaft ums Eschenrieder Moos. Typische Wegeverläufe entlang der Bäche ermöglichen ein Erleben alltäglicher Schönheiten und Eigenarten. © Börries von Detten, Henrik Schultz, 2019


Wegetypologie. Die Übersicht zeigt die speziell für den Münchner Grüngürtel gefundenen Wegetypen, die vermehrt vorkommen und das Landschaftserleben prägen. © Börries von Detten, Henrik Schultz, 2019


Wegetypen Durchmesser und Begleiter. Beim Durchmesser prägt ein großer Landschaftsausschnitt bis zum Horizont das Landschaftserleben, beim Begleiter hingegen spielt der Nahbereich, etwa der begleitende Bach oder Gehölzsaum eine große Rolle. © Börries von Detten, Henrik Schultz, 2019


Grüngürtellandschaft Südliche Isar. Als wahrnehmungsleitende Raumstruktur prägt die Isar die Wegeverläufe und das Landschaftserleben © Börries von Detten, Henrik Schultz, 2019


Wahrnehmungsleitende Raumstrukturen. Wege verhalten sich zu diesen Strukturen, kreuzen sie, meiden, schneiden, laufen auf sie zu oder überbrücken sie. Das Landschaftserleben und die Wegeverläufe werden stark durch diese Strukturen geprägt. © Börries von Detten, Henrik Schultz, 2019


Wegegrundgerüst. Ein je nach Nähe zur Stadt und den Haltepunkten des ÖPNV unterschiedlich feines Netz robuster Wegebeziehungen soll das Rückgrat der Landschaftsentwicklung sein. © Börries von Detten, Henrik Schultz, 2019


Anwendung und Vertiefung im nördlichen Grüngürtel. Charakteristika und Schwachstellen des Wegesystems wurden ermittelt und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung aufgezeigt. © Börries von Detten, Henrik Schultz, 2019


Testentwürfe zeigen wie im Detail das Wegenetz optimiert werden könnte. Hier z.B. zur Verknüpfung der Grünzüge zwischen München, Neubiberg und Unterhaching als Passagenlandschaft. © Börries von Detten, Henrik Schultz, 2019


Die Konzepte würden im Rahmen von ko-kreativen Walks mit Schlüsselpersonen entwickelt, diskutiert und verfeinert. © Börries von Detten, Henrik Schultz, 2019


Entwurfsverfasser
Henrik Schultz, Landschaft3*

Mitarbeiter
Entwurfsverfasser:
Prof. Dr. Henrik Schultz, Landschaft3*

Börries von Detten, freiwurf LA

Mitarbeiter
Entwurfsverfasser:
Dipl.-Ing. Börries von Detten (Projektleiter), freiwurf LA


Fachplaner / Bauleitung
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am Bau beteiligte Firmen
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Auftraggeber | Bauherr
Landeshauptstadt München, Planungsreferat
Dipl.-Ing. Matthias Lampert (Projektleiter)

Bearbeitungszeitraum
1.1.2017 - 1.6.2019

Planungs- / Baukosten