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Treptower Park Sommerblumengarten

Berlin

Der Park wurde 1888 nach dem Entwurf des Gartenbaudirektors Gustav Meyer erstellt. Einzelne Sondergärten wurden zwischen 1959-1969 ergänzt. Den Blumengarten hat Belá Pniower geplant.

Das Parkpflegwerk von 1996 diente als Basis der Sanierung. Für die Entwurfsarbeit suchten wir eine Symbiose im Erhalt der bestehenden Pniower'schen Formensprache bei gleichzeitiger Stärkung des Charakters vom Meyer'schen Landschaftspark.

Die schützenswerten Bauteile wurden saniert, die überkommenen Bereiche in ihrer formalen Ausprägung erhalten. Die Pflanzthemen haben wir zeitgemäss interpretiert. Damit konnte der Blumengarten in einen attraktiven und hochwertigen Parkbereich mit Sichtbezug zur Spree transformiert werden, der beim Publikum sehr beliebt ist.

Im Rahmen der Tourismusförderung und der touristischen Erschließung sind der Treptower Park und deren Sondergärten unter Berücksichtigung des Parkpflegewerkes und zeitgemässen Nutzungsansprüchen an eine öffentliche Parkanlage zwischen 2012 und 2016 neugestaltet worden. Der Blumengarten mit Pergola und Wasseranlagen umfasst 1,9 ha.
Vorrangiges Ziel war der Erhalt der vorhandenen Topographie, der Wege und der Beetstruktur von Belà Pniower's 1958 nur teilweise realisierten Entwurfs. Die damals geplante Abgeschlossenheit als Sondergarten wurde nicht ausgeführt. Umso mehr wird der offene Charakter des Landschaftsparks, in dem der Blumengarten liegt und der auf Lenné und Meyer zurückgeht, gestärkt. Im Waldgarten ´Lichtung´ und Waldgarten ´Schatten´ entlang der Spreepromenade wurden ungewünschte Aufwüchse achtsam aus dem Gehölzbestand entfernt und so die verloren gegangenen Sichtbeziehungen aus dem Park zur Spree, zur Dorfkirche Stralau und zur Insel der Jugend wiederhergestellt. Zur Stärkung des Parkcharakters wurden nicht genutzte Platz- und Wegeflächen in ruhige Rasenflächen umgewandelt und die Wiesenflächen um den Blumengarten mit verwildernden Geophytenbändern ergänzt. Im Pergolen- und Wassergarten wechseln sich historisch belegte rote Kletterrosen mit üppigen, robusten Ramblern ab und bieten einen blühenden Rücken und ein schattiges Dach. Über die vorgelagerten Blumenbeete aus historischen Wechselflorpflanzen und strukturgebenden Paeonienstreifen ergibt sich ein schöner Ausblick in den Park und zum höherliegenden Zentrum des Blumengartens. Der zentrale Blumengarten ist als touristisch attraktive Sonderpflanzfläche mit Wechselflor- und Staudenbeeten gestaltet. Er behält durch eine Sanierung in Handarbeit und unter Erhaltung vorhandener Materialien seine ursprüngliche Struktur. Eine Farbskizze von Belà Pniower lässt das üppige Farbkonzept im Blumengarten nur erahnen. Dieses Farbkonzept ist zusammen mit Beetform und Rhythmik der Pflegewege Entwurfsgrundlage und -idee der neuen Bepflanzung. Die Pflanzthemen wurden aufgrund fehlender Artenangaben oder weil diese auf dem Markt nicht mehr erhältlich sind, weitgehend zeitgemäss interpretiert. Hinzu kommt der Anspruch der Pflegenden den Unterhalt zu optimieren und dabei gleichzeitig die Blütenfülle von Einjahresblumen und deren abwechslungsreichen Pflanzenbildern zu erhalten. So wechseln sich innerhalb eines Beetes große Flächen aus Staudenmischpflanzungen mit kleineren Wechselflorbändern und strukturgebenden Monostaudenbändern ab; dazwischen versteckt liegen Pflegewege. Pro Beet ist immer eine Farbkomposition verwendet mit einem charakteristischen Staudenmischpflanzenbild, z.B. Hellblaues Beet als 'Gravel Garden' oder Dunkelblaues Beet als 'Delphiniumbeet' in Erinnerung an Karl Foerster. In den 4 Jahren seit Wiederherstellung hat sich das Konzept als erfolgreich erwiesen. Sowohl aus der Perspektive des Unterhalts aber vor allem für die Besucher, welche auf engstem Raum eine üppige Fülle von unterschiedlichsten Blütenbildern und Pflanzenthemen über das ganze Jahr geboten bekommen.
Die Umsetzung der Sondergärten hat die Gesamtattraktivität des Treptower Parks deutlich gestärkt und die öffentliche Freifläche zum Anziehungspunkt für Touristen und Berliner Bürger gemacht. Dabei ist es gerade die Kombination aus weiten Wiesenflächen um alten Baumbestand, Promenaden an der Spree und attraktiven Sondergärten mit Schmuckpflanzen, die den denkmalgeschützten Park als Besonderheit erkennbar machen lassen.


Pflanzkonzept mit Verortung der Themengärten und Sichtachsen © Hager Partner AG, 2015


Historischer Entwurfsplan des Sommerblumengartens mit Farbstudie von Béla Pniower 1958 © Landesdenkmalamt Berlin, Susanne Füge, 2015


Pflanzkonzept zentraler Blumengarten mit Zuweisung der Blütenfarben und Pflanzbilder pro Beet © Hager Partner AG, 2014


Pflanzplan violettes Beet mit detaillierter Angabe zur Verortung und Stückzahl © Hager Partner AG, 2015


Zentraler Blumengarten Sommer 2016 - Blick vom Dunkelblauen Beet 'Delphiniumbeet' zum Waldgarten 'Lichtung' © Katrin Hammer, Hager Partner AG, 2016


Zentraler Blumengarten April 2016 - Blick über Beet Violett im Vordergrund, Beet Rosé im Hintergrund zur Spreepromenade © Katrin Hammer, Hager Partner AG, 2016


Zentraler Blumengarten April 2016 - Impressionen Beet Hellblau 'Gravel Garden' © Katrin Hammer, Hager Partner AG, 2016


Zentraler Blumengarten Sommer 2016 - Impressionen Beet Hellgelb © Katrin Hammer, Hager Partner AG, 2016


Zentraler Blumengarten April 2016 - Blick vom Pergolagarten auf Beet Orange-Bronze © Katrin Hammer, Hager Partner AG, 2016


Zentraler Blumengarten Sommer 2016 - Blick über Beet Rosé zum Beet Hellgelb © Katrin Hammer, Hager Partner AG, 2016


Entwurfsverfasser
Guido Hager, Hager Partner AG Berlin

Mitarbeiter
Mitarbeiter: Andreas Kotlan, Christian Hahn, Susanne Füge


Fachplaner / Bauleitung
Irriproject (Bewässerung | Wassertechnik)

am Bau beteiligte Firmen
Flöter & Uszkureit Garten und Landschaftsbau


Auftraggeber | Bauherr
Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin
Abt. Bauen, Stadtentwicklung und öffentliche Ordnung
Straßen- und Grünflächenamt - FB Grün

Bearbeitungszeitraum
2014 - 2016

Planungs- / Baukosten
0.35 Mio Euro/ 1.31 Mio Euro (brutto)