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Lahnaue Gießen

Gießen

Gießen hat seinen Fluss als Lebensader der Stadt wieder entdeckt. Der Rahmenplan Lahnaue umfasst den gesamten innerstädtischen Flussraum der Lahn und sieht beidseits durchgängige Uferwege, umfangreiche städtebauliche Neuordnungen und neue Parkanlagen vor. Zwei wichtige Bausteine dieser langfristigen Entwicklungsstrategie wurden 2014 im Rahmen der Landesgartenschau umgesetzt: Den neuen am Wasser gelegenen Stadteingang „Zu den Mühlen“ und, als Teil des zukünftigen Wiesenparks, die „Freianlagen Nordstadtbrücke“. Mit der schrittweisen Umsetzung der Ziele des Rahmenplans gewinnt die Stadt, die ihren Fluss wortwörtlich links liegen gelassen hat, eine neue stadträumliche Orientierung und einen neuen innerstädtischen Freiraum.

AUF ZU NEUEN UFERN

Lange erschien die Lahnaue als innerstädtische Peripherie mit vielen unzugänglichen Grundstücken. Teils großflächige, teils kleinteilige Nutzungen, private Kleingärten, Ruderclubs und große Parkplatzflächen besetzten die Ufer. Eine durchgängige öffentliche Nutzung war unmöglich. Zusätzlich trennte der Bahndamm der Main-Weser-Bahnverbindung die Gießener Innenstadt von Lahn und Weststadt. Der 2011 erstellte Rahmenplan Lahnaue erstreckt sich über den gesamten innerstädtischen Flussraum, verfolgt ein Gesamtkonzept zur Verbindung der Lahn mit der Stadt und soll langfristig eine durchgängige Erlebbarkeit und Zugänglichkeit der Ufer schaffen. Im Rahmenplan werden sechs verschiedene Teilbereiche unterschieden, die Gießen wieder mit der Lahn verzahnen und erlebbar machen: Vom Wiesen- und Kleingartenpark im Norden, über urban geprägte Bereiche in Innenstadtnähe hin zum naturnahen Ensemble der bestehenden Lahnwiesen im Süden.


STRATEGIE UFER FÜR ALLE

Entsprechend dem Rahmenplan Lahnaue wurden 2014 im Rahmen der Landesgartenschau die Bereiche „Zu den Mühlen“ und „Freianlagen Nordstadtbrücke“ als erste Maßnahmen verwirklicht, die zukünftige Umsetzung erfolgt schrittweise, sobald Flächen verfügbar sind. Mit der Auflösung privater Flussgrundstücke konnte Freiraum für die Öffentlichkeit zurückgewonnen sowie Renaturierungen eingeleitet werden. Ziel war es Kleingartenanlagen zu perforieren, Parkplätze zurückzubauen und Flächen zu entsiegeln, um Grünanlagen zu erneuern und auszuweiten. Teilbereiche verbindet ein neuer, zukünftig durchgängiger und beidseitig angelegter Lahnweg. Es wurden Verbindungen geschaffen, Plätze angelegt und überregionale Fahrradwege an die Lahn geführt.
Partielle Auflösung von Kleingärten machten die „Freianlagen Nordstadtbrücke“ als Teil des Wiesen- und Kleingartenparks möglich, der Bau der Fußgänger- und Radbrücke schafft eine Verbindung zur Weststadt. Erhaltener Baumbestand der ehemaligen privaten Kleingärten flankiert heute als Streuobstwiese die neue Brücke, ein Uferweg führt an der Lahn entlang.
Der innenstadtnahe Bereich „Zu den Mühlen“ liegt am früher unzugänglichen Lahnufer nahe der historischen Sachsenhäuser Brücke. Die Fläche ehemaliger Parkplätze ist jetzt einem urbanen Stadteingang und einem großen Lahnspielplatz gewichen. Auf unterschiedlich gestalteten Spielterrassen, die das Thema Fluss aufgreifen und typische Bestandteile einer Auenlandschaft nachbilden, lädt er ein spielerisch Naturzusammenhänge der Lahnaue zu entdecken. Ein neuer Boulevard führt entlang des Lahnufers, Sitzmöglichkeiten im gärtnerisch angelegten Mühlgarten und ein Holzdeck am Wasser laden zum Verweilen.



LANDSCHAFTSERLEBNIS IN DER STADT

Die öffentlichen Freiflächen um die Nordstadtbrücke und der Bereich „Zu den Mühlen“ sind wichtige Bausteine für die Erschließung und das Erleben des Lahnufers. Das naturbelassene Lahnufer im Bereich der Nordstadtbrücke ist wieder landschaftlich erfahrbar. Mit der Umgestaltung des innenstadtnahen Areals „Zu den Mühlen“ entstanden gestaltete und atmosphärische Zugänge zum Wasser, die die Gießener ihre Lahnaue ganz neu erleben lassen. Auch auf dem Auenspielplatz wird das Naturerleben greifbar, in den Details finden sich Fischformen, die die Vielfalt der Bewohner der Lahn und ihrer Ufer abbilden, ähnlich wie im nahegelegenen Lahnfenster am Wehr, in dem man Einblicke in den Fluss und die angelegte Flusstreppe erhält.


Neue Verbindung zur Weststadt über eine Fußgänger- und Radbrücke mit flankierender Streuobstwiese auf der Fläche ehemaliger Kleingärten © Hanns Joosten, 2014


Ort am Wasser - Naturbelassenes Lahnufer im Bereich der Nordstadtbrücke © Hanns Joosten, 2014


Öffentliche Freiflächen entlang der neuen Nordstadtbrücke mit Baumbestand ehemaliger privater Kleingärten als Teil des Wiesen- und Kleingartenparks © Hanns Joosten, 2014


Uferweg und Nordstadtbrücke - Neue Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer © Hanns Joosten, 2014


Urbaner Stadteingang auf der Fläche ehemaliger Parkplätze an der historischen Sachsenhäuser Brücke © Hanns Joosten, 2014


Ein neuer Boulevard führt entlang der Lahn vorbei am gärtnerisch angelegten Mühlengarten und einem Holzdeck © Hanns Joosten, 2014


Der Auenspielplatz lädt auf 900 qm zum Spielen und Toben auf unterschiedlich gestalteten Spielterrassen © Hanns Joosten, 2014


Der Lahnauenspielplatz mit Matschbereich greift das Thema Fluss auf, bildet typische Bestandteile einer Auenlandschaft nach und lädt ein spielerisch Naturzusammenhänge der Lahnaue zu entdecken © A24 Landschaft, 2014


Lageplan Freianlagen Nordstadtbrücke © A24 Landschaft, 2014


Lageplan Stadteingang Zu den Mühlen © A24 Landschaft, 2014


Entwurfsverfasser
Steffan Robel, A24 Landschaft Landschaftsarchitektur GmbH

Mitarbeiter
Projektleiter: Carole Blessner, Lola Meyer, Joachim Naundorf
Projektteam: Jan Grimmek, Lola Meyer, Anne Friede


Fachplaner / Bauleitung
Bauleitung: Hendrikje Unteutsch

am Bau beteiligte Firmen
Faber und Schnepp Hoch- u.Tiefbau GmbH & Co. KG, Eurovia GmbH


Auftraggeber | Bauherr
Stadt Gießen

Bearbeitungszeitraum
01/2010 - 04/2014

Planungs- / Baukosten
3 Mio. Euro