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Flussbad Oettingen

Oettingen i. Bay.

Neugestaltung des Flussbades Oettingen und der Wörnitzinsel

Die nördlich der historischen Altstadt gelegene parkähnliche Insel Mühlespan, mit seinem Flussbad ist für Oettingen i. Bay. und angrenzende Gemeinden Naherholungsraum und Ausflugsziel für Jung und Alt.
Auf den weiten Liegewiesen kann man sich sonnen oder die Sport- und Spieleinrichtungen nutzen. Eingebettet in die liebliche Auenlandschaft der Wörnitz befindet sich das Oettinger Freibad, eines der letzten Flussbäder in Bayern, an der Wehranlage der Stadtmühle.
Flussbäder haben an der Wörnitz eine lange Tradition. Mit steigender Wasserqualität der Wörnitz sind die anrainenden Gemeinden und Städte bemüht Ihre Anlagen zu Reaktivieren und aufzuwerten. Daher wurde im Jahr 2015 mit der Auslobung eines Planungswettbewerbs der Startschuss zur Neugestaltung des Freibades Mühlespan gegeben. Das bestehende Flussbad an der Wörnitz sollte aufgewertet und das marode Eingangsgebäude sowie die ebenso baufällige Brücke durch Neubauten ersetzt werden.

Unser Entwurf möchte die einzigartige Schönheit dieser über Jahrzehnte gewachsenen Anlage bewahren und vorhandene Strukturen behutsam erneuern sowie durch gezielte Eingriffe ergänzen.

Unsere Hauptidee war es, alle vorhandenen Gebäude und Attraktionen durch ein Element miteinander zu verbinden. Die Errichtung eines verbindenden, barrierefreien Holzsteges ist das zentrale Element des Entwurfs. Der Holzsteg soll im Zusammenspiel mit der neuen Brücke und dem Eingangsgebäude wie „aus einem Guss“ erscheinen.
Der Steg ermöglicht die Integration weiterer ergänzender Elemente wie Bänke, Einstiegshilfen und Liegedecks. Die Konstruktion des Verbindungselementes wurde hochwassersicher konstruiert und ausgebaut.
Auf dem zentralen Wiesenbereich im Zentrum der Anlage wurde der vorhandene Wasserspielplatz in die Planung wie selbstverständlich integriert. Die vorhandenen Spiel- und Sportplätze blieben erhalten und wurden mit neuen Einfassungen ergänzt. Ein Luftkissen unterstützt das Freizeitangebot und bietet „Hüpfspaß“ für Jung und Alt.

Die, am Wehr befindlichen Ortbetonflächen, die zum Hochwasserschutz angelegt wurden, wurden erhalten und um weitere Flächen ergänzt. Die Oberflächen wurden durch Sandstrahlen für die Barfußnutzung ertüchtigt und aufgewertet. Um den Unterscheid zwischen den vorhängenden und neuen Ortbeton zu verringern, wurden sämtliche Flächen sandgestrahlt. In diesem zentralen Bereich des Freibads wurden unterschiedliche Holzelemente wie monolithische Liegen und Holzdecks geschickt in die Gestaltung integriert.

Für die Wahl des Holzbelages wurde eine Beteiligungsverfahren die Oettinger Freibadbesucher durchgeführt. Auf der vorhandenen Brücke wurden zu Beginn der Planung Testflächen mit verschiedenen Holzarten angelegt. Nach über zweijähriger Nutzung konnte so das geeignetste Holz ermittelt werden und in die Planung übernommen werden.

Um vom Eingangsgebäude über den Mühlgraben auf die westlichen Liegewiesen zu gelangen, wurde als Ersatz für die maroden Stege eine neue Holzbrücke errichtet. Die stützenfreie Brücke in integraler Bauweise hat eine freie Spannweite von ca. 22 m. Das statische System ist ein beidseitig im Betonwiderlager eingespannter Holz-Bogen aus gekrümmten Brettschichtholzträgern. Der leichte und filigrane Ansatz wird mit der sehr reduzierten Gestaltung der Geländer unterstrichen.

Um dem Flussbad eine adäquate Eingangssituation zu geben, wurde ein schmales und 35m langes Eingangsgebäude in Brettsperrholzbauweise mit naturbelassener Lärchenholzverschalung errichtet. In seiner Gestalt greift es die prägenden Elemente der historischen Kabinengebäude auf und interpretiert diese neu und zeitgemäß. Der Neubau steht wie ein Möbelstück inmitten großer Bäume und bildet durch seine markante Erscheinung eine klare Eingangssituation aus. Im gedeckten Durchgang befinden sich der Kassenbereich mit Minigolfverleih und Schließfächer. Desweiteren sind im Gebäude Lagerräume, Technikräume, Sanitäranlagen, Umkleidekabinen und Duschen untergebracht.


Luftaufnahme vom Freibad © wunderwaldphoto | Sebastian Weingart, Storch Landschaftsarchitektur, 2020


Wasserspielbereich mit Holzdeck © wunderwaldphoto | Sebastian Weingart, Storch Landschaftsarchitektur, 2020


Zentraler Wiesenbereich mit Luftkissen © wunderwaldphoto | Sebastian Weingart, Storch Landschaftsarchitektur, 2020


Holzdeck am Wehr © wunderwaldphoto | Sebastian Weingart, Storch Landschaftsarchitektur, 2020


Übersichtsplan Wörnitzinsel © Storch Landschaftsarchitektur, 2015


Badebereich am Wehr © Werner Rensing, Stadt Oettingen, 2020


Übergang zu den westlich gelegenen Liegewiesen © wunderwaldphoto | Sebastian Weingart, Storch Landschaftsarchitektur, 2020


Liegedecks © Rico Schubert, Storch Landschaftsarchitektur, 2020


Neue Freibadbrücke © wunderwaldphoto | Sebastian Weingart, Storch Landschaftsarchitektur, 2020


Holzsteg mit Eingangsgebäude © wunderwaldphoto | Sebastian Weingart, Storch Landschaftsarchitektur, 2020


Entwurfsverfasser
Robert Storch, Storch Landschaftsarchitektur

Mitarbeiter
Mitarbeiter
Robert Storch (Projektleitung), Ulla Freitäger
Wettbewerb: Ulla Freitäger, Matthias Schuster

Rico Schubert, Jordan Balzer Schubert Architekten, Dresden

Mitarbeiter
Mitarbeiter
Rico Schubert (Projektleitung Hochbau), Stefan Görner
Wettbewerb: Rico Schubert, Tobias Jordan


Fachplaner / Bauleitung
Jordan Balzer Schubert Architekten, Dresden (Gebäudeplanung allgemein);
Dr. Gollwitzer-Dr. Linse Ingenieure, München (Tragwerksplanung/Statik);
Ingenieurbüro Riefle, Wechingen (Haustechnik/Technische Gebäudeausrüstung);
Malterer Umweltplanung, Kipfenberg-Arnsberg (Landschaftsplanung);
KP Ingenieurgesellschaft mbH, Gunzenhausen (Baugrunduntersuchung);
Vermessungsbüro WM GmbH & Co.KG, Donauwörth (Vermessungsingenieur)

am Bau beteiligte Firmen
Hans Hirschmann KG, Treuchtlingen (Beton/Rohbau);
Lorenz Lechner, Megesheim (Landschaftsbau);
Hönle Metallbau, Unterschneidheim;
Züblin Timber GmbH, Aichach (Holzbau- und Stahlbau Brücke);
Fleischmann Holzbau GmbH & Co. KG, Kulmbach (Holzbau Gebäude)


Auftraggeber | Bauherr
Stadt Oettingen in Bayern

Bearbeitungszeitraum
01/2016 – 05/2020

Planungs- / Baukosten
1.800.000 Euro Gesamt (brutto – Eingangsgebäude, Brücke, Freianlagen sowie Baunebenkosten)