Bitte warten Sie.
Ihre Datei wird zum Server gesendet.


Schwabenlandhallenpark

Fellbach

Die Stadt Fellbach war eine der 16 Gemeinden, die sich an der Remstalgartenschau 2019 beteiligten. Ein wichtiges Ziel für Fellbach war dabei, im Zuge der Gartenschau, die zentralen Flächen des Schwabenlandhallenparks wieder qualitativ aufzuwerten und für die Bevölkerung als zukünftigen innerstädtischen Naherholungsraum zu sichern. Mit inbegriffen waren Flächen am Rathaus Fellbach und entlang des alten Friedhofs. Durch die Weiterführung entlang der Tainer Straße bis hin zum F3-Bad konnte zudem der Stadt- und Landschaftsraum eng miteinander verknüpft werden.
Der Park im Umfeld der Schwabenlandhalle, wie auch der Alte Friedhof stellen zusammen die größte und wichtigste Grünflächenzäsur im bebauten Stadtgebiet Fellbachs dar. Nicht nur die Besucher der angrenzenden Schwabenlandhalle, sondern auch Anwohner aus direkter Umgebung und quer durch alle Alters- und Bevölkerungsschichten nutzen inzwischen intensiv die Freiflächen seit der Umgestaltung.
Erklärtes Ziel der Umgestaltung war, durch großflächige, thematisch völlig unterschiedliche Pflanzungen mit ausdauernden Stauden, Gräsern, Rosen und Frühjahrsgeophyten einen konkreten und nachhaltigen Beitrag zur Biodiversität und zum aktiven Klimaschutz zu leisten.

Zentrum der Anlage sind die vielfältigen Staudenmischpflanzungen auf den Flächen der öffentlichen Tiefgarage, die eine offene Wasserfläche umschließen. Über einen neuen, zentralen Holzsteg erreicht man eine über dem Wasser schwebende Aufenthaltsfläche mit Sitzgelegenheiten, die die Beobachtung der Pflanzungen und der Wasserfläche aus direkter Nähe erlauben. Der Besucher befindet sich hier mitten in diesen Pflanzungen und erhält so die Möglichkeit Blüten, Farben, Düfte der Minzen, das Summen der Bienen und das emsige Treiben der Insekten beim Blütenbesuch hautnah zu erleben und zu beobachten.
Ein wichtiges Gestaltungsziel für die artenreichen Mischbepflanzungen in blau-weiß-rosa-magenta war ein langanhaltender Blühaspekt und eine möglichst ganzjährige Attraktivität. Neben einer Fülle von Frühlingsblühern wird die Vegetationsperiode durch bewusst gewählte Herbstfärbung und Samenstände verlängert, die zusätzlich als sogenannte `Wintersteherpflanzen´ die Pflanzung fast ganzjährig, bis in Februar, attraktiv halten. Ein besonderer Schwerpunkt der Bepflanzung lag in der Verwendung von Bienennährpflanzen, um innerstädtisch ein ausreichendes Nahrungsangebot für Bienen und Insekten zukünftig bereit zu stellen.

Neben diesen offenen, vollsonnigen Flächen liegen unter einem schönen Altbaumbestand Pflanzflächen mit einer extensiven, naturnahen Mischpflanzung mit Waldcharakter und schaffen an heißen Sommertagen schattige Aufenthaltsbereiche. Im Frühjahr blühen unzählige Scilla und Narzissen, die früh im Jahr Farbe in den Park bringen.

Der Verbindungsweg entlang der Gleisanlagen der Stadtbahnlinie U3 beginnt am Rathaus und führt bis zum F3-Bad. Das dritte Thema der Pflanzung ist hier in Anlehnung an die `Fellbacher Rosen´ ein langes Rosenband. Strauchrosen mit Wildcharakter, Kultursorten mit vorwiegend ungefüllten Blüten, schönfruchtende Rosen und Rosen mit attraktiven Stacheln in Kombination mit Rosenbegleitstauden und Kleinsträucher säumen in weiß, rosa, rot und magenta Farbtönen den Weg und nehmen das Farbthema der großen Pflanzung auf.

Während der Gartenschau ergänzten großzügige, wegbegleitende, temporäre Wechselflorflächen im Frühjahr und Sommer, passend zu den Farben der Pflanzung der Daueranlagen, die Attraktivität des Schwabenlandhallenparks.

Die extensiven Pflanzungen umfassen insgesamt 6000m² uns sind als Wintersteher-Pflanzungen, mit 80.000 Stauden, 130.00 Blumenzwiebel und 800 Rosen konzipiert. Ende Februar/ Anfang März werden die Pflanzungen vorwiegend maschinell zurückgeschnitten und das Mähgut entfernt. Bis zum jahreszeitlichen Flächenschluss der Pflanzung besteht die Hauptaufgabe in der manuellen Unkrautbeseitigung. Durchschnittlich sind 3 Fachkräfte, bestehend aus einer Staudengärtnerin und 2 gelernten Gärtnern/Woche, in immer gleicher Besetzung tätig.


Vor der Umgestaltung - Reste der Bestandspflanzung und eine unzugängliche Wasserfläche © kienleplan, 2017


Lageplan Gesamtmaßnahme - Schwabenlandhallenpark und Aufwertung entlang der Tainer Straße © kienleplan, 2018


Mischpflanzung im Sommer - In mitten der Pflanzung führt ein neuer Steg zur Aussichtsterrasse am Wasser © kienleplan, 2018


Herbstimpression © kienleplan, 2018


Pflanzenbänder - Spiel mit Farben und Formen im Sommer © kienleplan, 2018


Artenreiche Sommerdrifts - Farbenfrohe Bienenweide © kienleplan, 2019


Spiel mit Farben, Formen und Samenständen im Herbst © kienleplan, 2018


Wintersteher im Februar zieren mit Ihrer haltbaren Struktur und nährenden Samenständen © kienleplan, 2019


Frühjahrswechselflor und schattige Plätze am Gehölzsaum mit waldartiger Mischpflanzung © kienleplan, 2019


Sommerwechselflor mit Blick in den Schwabenlandhallenpark © kienleplan, 2019


Entwurfsverfasser
Urs Müller-Meßner, kienleplan GmbH, Landschaft Städtebau Planung und Gutachten

Mitarbeiter
Christiane Meßner
Susanne Kern
Bartholomäus Tauber
Dijana Mitrovic


Fachplaner / Bauleitung
Bauleitung: kienleplan GmbH

am Bau beteiligte Firmen
Bauausführung: Bietigheimer Gartengestaltung GmbH
Bepflanzung:Toriello GmbH


Auftraggeber | Bauherr
Stadt Fellbach, Tiefbauamt Abteilung Grünflächen

Bearbeitungszeitraum
2016 - 2019

Planungs- / Baukosten
1,2 Mio Euro