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St. Peter Square, Manchester, UK

Manchester

Der zentrale Stadtplatz St. Peter’s Square bildet das Herzstück des ambitionierten Town Hall Complex Transformation Programmes, dessen Ziel es ist, der Innenstadt wieder eine attraktive und bürgerfreundliche Mitte zu geben. Der Bestand wies vernachlässigte Restflächen auf, die bezugslos zwischen bedeutenden Gebäuden und Denkmälern lagen, zerschnitten durch Verkehrsflächen und eine Straßenbahnlinie.
Als neuer urbaner Freiraum vernetzt der Platz nun unterschiedliche zentrale Funktionen, unter anderem des umgebauten Rathausgebäudes und der Bibliothek mit einem neuen, zentralen Umsteigepunkt der Straßenbahn. St. Peter’s Square ist selbst eine wichtige Adresse für eindrucksvolle Neubauten geworden, die es gestalterisch einzubinden galt.

In seinem Ensemble denkmalgeschützter Gebäude und Strukturen wie der eindrucksvollen Zentralbibliothek, dem historischen Rathaus und dem die Verwaltung beherbergenden Erweiterungsbau oder E. Lutyens Cenotaph-Denkmal und dem St. Peter’s Cross werden Gebäude teils neu errichtet, teils komplett umgebaut. Eine zweite Straßenbahnlinie und ein wichtiger Umsteigepunkt werden ebenfalls in den Platz integriert. St. Peter’s Square verknüpft die wesentlichen Strukturveränderungen, die gegenwärtig in diesem Bereich der Stadt vor sich gehen und wirkt als Katalysator für die künftige städtebauliche und wirtschaftliche Entwicklung.

Die Geschichte des Ortes reicht weit vor die Entstehung der heute vorhandenen Gebäude zurück; er war im Wandel der Zeit vielfältigen Veränderungen unterworfen. Die neue Gestaltung spiegelt diese Historie wider und stellt sich zudem den Herausforderungen der Gegenwart, mit dem Ergebnis eines einzigartigen zeitgenössischen Freiraums. Nach der Transformation bietet sich St. Peter’s Square vom Individualverkehr befreit und offen als großzügiger Fußgängerbereich. Als Raum ist der Platz stark im urbanen Kontext verankert, durch Sicht- und Wegebeziehungen und vor allem durch den Belag mit einer charakteristischen Oberflächenbehandlung. Alle Elemente wirken zusammen, damit ein lebendiger und einmaliger Aufenthaltsort im Herzen der Stadt entsteht.
Grundlage des Konzeptes ist eine durchgängigen Platzoberfläche, die gestalterisch die städtebauliche Situation aufgreift, einen Bogen zur umliegenden Bebauung schlägt und somit alte wie neue Gebäude miteinander verknüpft. Um dies zu unterstreichen, wurde Naturstein aus einem lokalen Steinbruch ausgewählt, der im Erscheinungsbild die historischen Fassaden aufgreift. Innerhalb der Steinplatten wurde die Oberfläche unterschiedlich behandelt, um mit der Textur die Richtungsgebung zu unterstreichen.
Das Mobiliar vom Poller bis zu den Bänken wurde speziell für das Projekt entwickelt oder angepasst. So definieren die Bänke auf der zentralen Platzfläche mit ihrer starken räumlichen Präsenz Aufenthaltszonen und laden mit unterschiedlichen Sitzhöhen und integrierter Beleuchtung verschiedene Nutzergruppen zum Verweilen ein. Die Bänke um die Kreisförmige Bibliothek nehmen sich hingegen stark zurück und unterstreichen die Architektur. Es wurde darauf geachtet, mit wenigen Elementen eine hohe Funktionalität und Flexibilität zu erreichen.
Das leicht erhöhte Pflanzbeet mit Brunnen fungiert ebenso als Sitzbereich und reinterpretiert die ursprüngliche Anordnung des Cenotaph-Denkmals, das zugunsten der zweiten Straßenbahnverbindung auf dem Platz neu positioniert wurde.
Locker verteilte Bäume überspannen den Platz und schaffen eine angenehme Atmosphäre, ohne den Straßenbahnverkehr oder große Veranstaltungen zu beinträchtigen. Die sorgfältige Positionierung berücksichtigt sowohl räumlich wichtige Sichtachsen, als auch sicherheitstechnisch relevante Sichtbezüge der Straßenbahnfahrer und nicht zu vergessen die unzähligen unterirdische Leitungen und Bauwerke.
Kernelemente des Konzepts sind die Verlegung der Haltestelle sowie die gestalterische Einbindung der Gleise in die Platzoberfläche, unter Abwägung ästhetischer und sicherheitsrelevanter Belange. Insbesondere die gestalterische Integration der Haltestelle einschließlich dem Variieren der Standardausstattung wie dem Tramhaltstellendach, sowie der Positionierung von Bäumen auf dem Bahnsteig selbst, stellten eine große Herausforderung dar.


Die Wettbewerbsperspektive zeigt die Qualitäten des neuen Platzes, die sehr entwurfsnah umgesetzt wurden © LATZ+PARTNER | Visualisierung: die-grille, LATZ+PARTNER, 2012


Die großzügige durchgehende Flächeaus lokalem Yorkstone verbindet historische und neue Gebäude und schließt die Gleise mit ein, Übergänge sind dezent in Naturstein integriert. © Stalwart Films, LATZ+PARTNER, 2017


Die Belagsflächen setzen sich um die Rathauserweiterung und die Bibliothek fort, je nach Lichteinfall und Witterung variiert das Erscheinungsbild der Oberflächentexturen. © Stalwart Films, LATZ+PARTNER, 2017


Die Beeteinfassung rahmt die Pflanzung mit einer dezenten Korbstruktur. Im Hintergrund das üppige Grün der neu gepflanzten Bäume. © Stalwart Films, LATZ+PARTNER, 2017


Die Sitzkante ist, wie auch das St. Peter’s Cross und die Fassade der Bibliothek, aus Portland Stone hergestellt worden. Das flache Wasserspiel mit unterschiedlich angeordneten Schieferplatten ist auch im ausgeschalteten Zustand attraktiv. © Stalwart Films, LATZ+PARTNER, 2017


Das Lichtkonzept gewährleistet die Anforderungen eines sicheren Tramkorridors und setzt gleichermaßen die zentralen Elemente in Szene. Selbst Anschlüsse für die Weihnachtsbeleuchtung der Bäume sind in die Baumscheiben integriert. © Stalwart Films, LATZ+PARTNER, 2017


Die Paulownien sind prägend für den Platz, sie sind in maßgeschneiderte Baumgruben gepflanzt, die Vorrichtungen zum Verankern, Be- und Entwässern, Lenkung des Wurzelwachstums, Beleuchtung und Stromversorgung beinhalten. © Stalwart Films, LATZ+PARTNER, 2017


Warten in angenehmer Atmosphäre - die Oberflächen der Tramhaltestelle gehen fließend in die Platzgestaltung über und berücksichtigen gleichzeitig die Auflagen der Verkehrsgesellschaft © Stalwart Films, LATZ+PARTNER, 2017


Auf der Tramhaltestelle verbessern Bäume die Aufenthaltsqualität, die Tramdächer setzen im Sommer die Grünschattierungen der Kronen spielerisch fort. © Stalwart Films, LATZ+PARTNER, 2017


St. Peters Square ist ein lebendiger Raum für mehrere tägliche Nutzungen und gleichzeitig ein Freiraum für Veranstaltungen und besondere Anlässe wie der Remembrance Sunday Parade. © Stalwart Films, LATZ+PARTNER, 2017


Entwurfsverfasser
Tilman Latz, LATZ+PARTNER LandschaftsArchitektur Stadtplanung

Mitarbeiter
Projektleiter: Sonja Hlawna, Marcus Rindt
Susanne Ickstadt, Michael Schulze, Daniela Strasinsky, Michael Stegmeier, Daniel Konrad


Fachplaner / Bauleitung
Team:
Latz + Partner – Federführung und Gestaltung
Arup Associates – Ingenieure
Speirs + Major – Lichtplanung

am Bau beteiligte Firmen
Laing O'Rourke Construction Limited, Manchester


Auftraggeber | Bauherr
Manchester City Council

Bearbeitungszeitraum
2012 - 2017

Planungs- / Baukosten