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Landschaftsgarten am Hang

Berlin - Kladow

Der vorgefundene, gewachsene Garten am Havelhang erscheint als lebhaftes Patchwork, welches es weiterzuentwickeln gilt. Eine artifizielle Gestaltsprache wird mit unterschiedlichen, warmen Materialien bis ins Detail umgesetzt. Die Veränderung und Patina wird umarmt und eingeplant. Aus dem Kontrast zwischen Landschaftlichkeit und moderner Künstlichkeit entsteht die besondere Atmosphäre des Ortes.

Der Neubau des Pavillons fügt sich durch die Gestaltung in den Garten ein. Der Hang wird durch zwei leicht schräge Ortbetonmauern abgefangen. In ihrer öffnenden Figur entsteht ein kleiner, steinerner Patio als Übergang zum Haupthaus und Aufenthaltsbereich im lichten Schatten. Die neuen Zugangssituationen führen verschwenkt durch den Garten und überwinden durch Abfolgen von Treppenanlagen und kleinen Gelenkplätzen einen Höhenunterschied von ca. 5 m. Ein grüner Rahmen aus Schattenstauden, Gräsern, Farnen und einem Bambusgarten begleitet die Umwegung und gestaltet zusammen mit einer Terrasse einen fließenden Übergang in die gewachsene Gartenstruktur.
Vorgefundene Materialien aus unterschiedlichen Epochen wie alte Sandsteinplatten und Kleinstein aus Porphyr werden aufgegriffen und wieder verwendet, Obstgehölze werden umgepflanzt und in die neue Gestaltung integriert. Durch die Ergänzung mit neuen, artifiziellen Materialien mit lebhaften Strukturen und Oberflächen wird der Garten in seiner Vielfalt fortgeschrieben. Für die bewegten Stützmauern wird eine sichtbare, raue Brettschalung entworfen. Klare Cor-Ten-Stahl Einfassungen führen den Raum, schlichte Einbauten bespielen die Orte. Unterschiedlich große Muschelkalk-Trittplatten definieren Wege und Orte, schnell und langsam und werden von Kalksteinschotter eingefasst. Der Farbkanon bewegt sich einheitlich in warmen Beige- und Brauntönen. Die natürliche Veränderung und die entstehende Patina werden in der Material- und Strukturauswahl berücksichtigt und gefördert. Pflanzen wie wilder Wein an den Mauern und unterschiedliche Bambusarten unterstützen die Transformation.
Es entsteht ein dichter, detailreicher Ort, der sich lebhaft in die bestehenden Strukturen einfügt und diese um eine artifizielle Idee erweitert.


01 Der Garten im Hang. © Paul Giencke, gm013 landschaftsarchitektur


02 Klare Cor-Ten-Stahl Einfassungen und Elemente bewegen sich zwischen Landschaftlichkeit und moderner Künstlichkeit. © Sina Giencke, gm013 landschaftsarchitektur


03 Kombination von lebhaften Strukturen und Oberflächen zu einer einheitlichen Gestaltung. © Sina Giencke, gm013 landschaftsarchitektur


04 Bewegte Stützmauern mit sichtbarer, rauer Brettschalung. © Sina Giencke, gm013 landschaftsarchitektur


05 Kleiner Patio: Muschelkalkplatten vor rauer Ortbetonwand, getrennt durch eine Kalksteinschotterfuge. © Sina Giencke, gm013 | Giencke Mattelig Landschaftsarchitektur


06 Veränderung und Patina werden in der Material- und Strukturauswahl berücksichtigt und gefördert. © Sina Giencke, gm013 landschaftsarchitektur


07 Muschelkalktrittplatten und Kalksteinschotter. Gräser und Farne. © Sina Giencke, gm013 landschaftsarchitektur


08 Müder Hund. © Sina Giencke, gm013 landschaftsarchitektur


09 Terrasse aus vorgefundenen und wieder verwendeten Sandsteinplatten. Aufgang aus schwebenden Muschelkalkblöcken. © Sina Giencke, gm013 landschaftsarchitektur


10 Aufgelöster Übergang in den gewachsenen Garten. © Sina Giencke, gm013 landschaftsarchitektur


Entwurfsverfasser
Paul Giencke, gm013 landschaftsarchitektur

Mitarbeiter
Entwurfsverfasser: Marco Mattelig, Paul Giencke
Mitarbeit: Csenge Horváth, Maik Syndikus


Fachplaner / Bauleitung
- - -

am Bau beteiligte Firmen
Pinner Garten und Landschaftsbau


Auftraggeber | Bauherr
Privatpersonen

Bearbeitungszeitraum
2016 - 2018

Planungs- / Baukosten
160.000,- € netto