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Botanischer Volkspark Blankenfelde

Berlin-Pankow

Landschaftsgestaltung im Spannungsfeld von Naturschutz, Denkmalschutz und Erholung
Der Botanische Volkspark wurde um 1910 als Schulgarten gegründet und zu DDR-Zeiten als Lehrgarten genutzt. Seit 1994 steht er unter Denkmalschutz und ein Teil seit 2004 unter Landschaftsschutz.Um die Weiterentwicklung des Parks im Spannungsbereich zwischen Natur- und Denkmalschutz sowie botanischem Schaugarten mit Bildungs- und Naherholungsfunktionen zu fördern, wurde 2012 ein Konzept erstellt und bis 2015 abschnittsweise aus Mitteln des Umweltentlastungsprogramms (UEP) umgesetzt. Die ökologischen Bedingungen und die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts wurden dabei optimiert und die Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes erlebbar.

Am nördlichen Rand Berlins gelegen, zwischen der dichtbebauten Innenstadt und der offenen Landschaft des Naturparks Barnim, beherbergt der Park mit einer Gesamtfläche von ca. 34 ha denkmalgeschützte Bau- und Gartenkunst inmitten einer eiszeitlich geprägten Kulturlandschaft mit Wäldern, Teichen, Alleen, Wiesen und Äckern.
2012 wurde das Ziel gesetzt, den Park zu revitalisieren und zu qualifizieren. Auf Basis eines landschaftsarchitektonischen Masterplans sind bereits an zentralen Standorten die Staudenpflanzungen erneuert sowie die Infrastruktur instandgesetzt und modernisiert worden.

VOLKSPARK ALS BILDUNGSORT

Der Volkspark entwickelt sich zu einem aktiven Bildungsort mit zahlreichen Mitmachangeboten, wie der Bauerngarten, die Imkerei, die Ferienprogramme, Geocaching, Wildkräuterführungen sowie verschiedene Kurse, Aktionen und Veranstaltungen. Vor allem für Familien mit Kindern und Naturinteressierte ist der Volkspark ein nahes, attraktives Ausflugsziel. Die Besucherzahlen steigen stetig und der Bedarf an wohnungsnahen Erholungsflächen wird künftig, bemessen an der demografischen Entwicklung des Bezirks und an der Bautätigkeit in der unmittelbaren Umgebung, weiterhin zunehmen.

ENTWICKLUNGS- UND MASSNAHMENKONZEPT

Um der Vernachlässigung der vergangenen zwei Jahrzehnte zu begegnen und um die Weiterentwicklung des Botanischen Volksparks im Spannungsbereich zwischen Natur- und Kulturlandschaft sowie botanischen Schau- und Gewächshausbereichen zu fördern, wurde 2012 ein Entwicklungs- und Maßnahmenkonzept erstellt. Die Maßnahmen sollen zum Einen die ökologischen Bedingungen und die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts optimieren und die Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes erhalten bzw. entwickeln und zum Anderen den gestiegenen Ansprüchen an den Volkspark hinsichtlich Bildungs- und Naherholungsqualitäten gerecht werden.

BOTANISCHE ACHSE

Strukturell war die Sanierung der Botanischen Achse von besonderer Bedeutung. Der repräsentativen Funktion als zentraler Erschließungsweg sowie zur thematischen Überleitung vom Schaugarten zum Naturareal dienten das konsequente Freischneiden und das Anpflanzen von (Wild-)Stauden mit besonderer Funktion als Nahrungspflanzen für Insekten. Hierzu erfolgten intensive Abstimmungen mit den für Denkmalschutz und Naturschutz verantwortlichen Verwaltungen.

LANDSCHAFTSSCHUTZ

Im Mittelpunkt der Maßnahmen des unter Landschaftsschutz stehenden Teils des Bot. Volksparks stand die Renaturierung des Waldes, der insbesondere aufgrund seines bedeutenden Geophyten-Vorkommens als einer der artenreichsten Gehölzflächen von Berlin gilt. Flächig und äußerst behutsam wurde der Aufwuchs von Neophyten sowie standortfremden Bäume zur Förderung einer gezielten Naturverjüngung entfernt.
Um eine besondere Attraktion für die Besucher zu erreichen, wurde ein differenziertes Konzept für eine Drei-Felder-Landwirtschaft erarbeitet, welches mit einem ansässigen Bauern umgesetzt werden soll.
Desweiteren wurde ein ehemaliger Kompostplatz in eine artenreiche Frisch-/Feuchtwiese umgestaltet, die Obstbaumalleen revitalisiert und Gewässer und deren Uferbereiche saniert.

GEOLOGISCHE WAND

Eine bauliche Besonderheit stellt die Geologische Wand dar, die zu den größten Schauflächen für Gesteine im Osten Deutschlands zählt. Sie wurde restauriert und räumlich besser in Szene gesetzt, um genügend Platz u.a. für Schulklassen anzubieten und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.


Obstbaumallee © Winkelmeier, FUGMANN JANOTTA PARTNER, 2016


Blick zur Geologischen Wand © Winkelmeier, FUGMANN JANOTTA PARTNER, 2016


Waldweg © Winkelmeier, FUGMANN JANOTTA PARTNER, 2016


Waldteich © Winkelmeier, FUGMANN JANOTTA PARTNER, 2016


Waldweg im Parkwald © Winkelmeier, FUGMANN JANOTTA PARTNER, 2016


Wildschutzzaun © Winkelmeier, FUGMANN JANOTTA PARTNER, 2016


Zingerteich © Winkelmeier, FUGMANN JANOTTA PARTNER, 2016


Wildschutzzaun und Schilfvegetation am Graben © Winkelmeier, FUGMANN JANOTTA PARTNER, 2016


Wiesenstrukturen und Obstbaumallee © Winkelmeier, FUGMANN JANOTTA PARTNER, 2016


Lageplan/ Maßnahmen © FUGMANN JANOTTA PARTNER, 2015


Entwurfsverfasser
Harald Fugmann, FUGMANN JANOTTA PARTNER Landschaftsarchitekten und Landschaftsplaner bdla

Mitarbeiter
Saara Vilhunen, Jana Heller


Fachplaner / Bauleitung
Büro Christian Meyer (Staudenpflanzung Botanische Achse)

am Bau beteiligte Firmen
GaLaBau I Eckhard Garbe GmbH; GaLaBau II LAWA - Landschafts- und Wasserbau GmbH;
Zaunbau I Schubert-Zäune; Zaunbau II BA-KRO GmbH; Abriss BZR Abbruch &Erdbau UG;
Obstbäume (Schnitt) Herr Rusch Kulturgrün (StadtGut Blankenfelde); Geologische Wand: Herr Hauser (Reinigung) steinrestaurierung HAUSER; Frau Massah (Sanierung) Ellwart Steinrestaurierung GmbH & Co. KG


Auftraggeber | Bauherr
Grün Berlin GmbH

Bearbeitungszeitraum
2014-2015

Planungs- / Baukosten
1,1 Mio €