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Waldkurpark

Bad Lippspringe

Wald und Lichtung bilden als spannungsvolles Paar das atmosphärische Gerüst des neuen Kurwaldparks.
Er ist ein durchlässiges Gewebe aus alten Waldquartieren, Parkfenstern und luftigen Wiesenbahnen. Einfache und klare Raumbilder durchdringen als zusammenhängende Folge den dichten Bestand. Sie bringen Licht, Luft und Weite in den Wald. Die Interventionen bieten unterschiedliche Wahrnehmungen und Kontakte mit dem Wald. Sie nehmen ihm aber nicht seine Magie und sein Geheimnis.
Kurpark und Parkwald werden als zusammenhängendes Freiraummotiv interpretiert. Es entsteht ein neuartiger Parktyp, der den möglichen Umgang mit siedlungsnahen Waldbeständen beispielgebend aufzeigt.

Als Park ganz neuer Prägung ist der Kurwaldpark ein Alleinstellungsmerkmal für Bad Lippspringe. Das Projekt kann beispielhaft für einen neuen Umgang mit Waldbereichen im Siedlungsgebiet gesehen werden. Der Park bildet einen wichtigen Baustein im lokalen Gefüge von Siedlung, Kuranlagen und Erholungsbereichen. Er stellt nicht nur räumlich, sondern auch atmosphärisch ein Bindeglied dar. Das breitgefächerte Angebot definiert den ehemaligen Kurwald zum ganzjährig nutzbaren Erholungspark um.

Auftakt: Kaiser-Karls-Park und Große Kurpromenade
Der bestehende Kurpark wurde unter Beibehaltung der bestehenden Mittelachse modern interpretiert. Zwei Wegeachsen führen das Motiv der Kurpromenade nach Norden bzw. Osten fort.
Zentrum der Anlage ist das vergrößerte Bassin mit Wasserspielen. Das Bassin mit Promenadenplatz leitet in eine Doppelpromenade mit spektakulären Bepflanzungen und Sitzgelegenheiten unter alten Bäumen über.
Die Bepflanzung wird von Süd nach Nord bzw. West nach Ost einfacher und naturhafter. Der Anteil robuster Dauerstauden, die verwildern können, nimmt zu. Der Wechselflor im Kernbereich ist Bestandteil der Daueranlagen.

Ein Park neuen Typs: Der Waldpark
Die Grundstruktur folgt der orthogonalen Quartiersbildung des Waldes. Nach diesem Prinzip werden bestehende Wegeverbindungen im und durch den Park gestärkt und neue dazu gefügt.
Klare Raumbilder verschiedener Intensität durchdringen den dichten Waldbestand. Mit wiederkehrenden Materialitäten machen sie die verschiedenen Partien als Gesamtgefüge wahrnehmbar. Sie bringen Licht, Luft und Weite in den Wald, nehmen ihm aber nicht seine Magie und sein Geheimnis.

Ökologie und Topografie: Die Lichtfugen
Mit dem gestalterischen Mittel der Lichtfugen wurde die besondere Topografie des Waldparks herausgearbeitet, die sich eiszeitlichen Binnendünen verdankt. Die Schaffung von Lichtungen und Waldsaumkanten bietet gleichzeitig eine Vielfalt an Lebensräumen.
Zentral verläuft die bis zu 30 Meter breite Dünenfuge, die den östlichen Eingangsbereich am Thermalbad mit der historischen Liegehalle im Westen verbindet. Sie wurde durch Auslichtung des Baumbestandes geschaffen. Wiesenansaaten und verwildernde Stauden bereichern die vorhandene Waldflora. Die von SINAI entworfene Dünenbrücke schließt eine zusätzliche Verbindung zwischen der Stadt und dem nördlich gelegenen Erholungswald.

Parkfenster: An den Mersmannteichen
Die Meersmannteiche zwischen den bewegten Dünenkuppen waren zum Zeitpunkt des Wettbewerbes praktisch nicht mehr sichtbar. Nun bilden sie wie einst den Mittelpunkt einer landschaftlichen Partie.
Der Baumbestand wird gelichtet, es entstehen weich konturierte Blickbeziehungen und Rasenbereiche zum Liegen, Spielen und Picknicken.
Das Relief wird wieder erlebbar und Sonne erreicht die Wasserflächen, Staudeninseln und Solitärbäume bereichern das Parkbild. Die sanierten Teiche sind über Uferpodeste punktuell zugänglich. Auf einem Dünenkamm entsteht ein Sitzplatz mit weitem Blick.

Von Elfen und Trollen: Die Spielwelten
Alle Spielelemente sind eigens entworfene Unikate – direkt am Standort entwickelt, verflechten sie sich ganz und gar mit ihrer Umgebung.
An besonderen Orten im Kurwaldpark entstehen Hinweise auf die Welten rätselhafter Naturwesen, die im Wald beheimatet sind, wie z.B. die Lichtvölker, die Alben oder Lichtelfen, die mit den Göttern zusammen den Himmel bewohnen. Ihnen stehen die erdverbundenen, grobschlächtigen Trolle gegenüber.


Kurpark und Waldpark werden als zusammenhängendes Freiraummotiv interpretiert. Die Interventionen bieten unterschiedliche Wahrnehmungen und Kontakte mit dem Wald, nehmen ihm aber nicht seine Magie und sein Geheimnis. © Sinai


Als grüne Infrastruktur bildet der Waldkurpark einen wichtigen Baustein im Gefüge von Siedlung, Kuranlagen und Erholungsbereichen. Er stellt aber nicht nur räumlich, sondern auch atmosphärisch ein Bindeglied dar. © Sinai


Der bestehende Kurpark wurde unter Beibehaltung der Grundstruktur modern interpretiert. Zentrum ist das vergrößerte Bassin mit Wasserspielen. Zwei Wegeachsen führen von hier nach Norden und Osten in den Waldkurpark hinein. © Philip Winkelmeier, Sinai, 2017


Die Doppelpromenade östlich des Bassins ist mit spektakulären Bepflanzungen und Sitzgelegenheiten unter dem Schirm alter Bäume gestaltet. Der Wechselflor ist Bestandteil des dauerhaften Parkkonzepts. © Philip Winkelmeier, Sinai, 2017


Die Meersmannteiche waren zum Zeitpunkt des Wettbewerbes praktisch nicht mehr sichtbar. Nun bilden sie wie einst den Mittelpunkt einer landschaftlichen Partie. © Philip Winkelmeier, Sinai, 2017


Mit dem gestalterischen Mittel der Lichtfugen wurde die besondere Topografie des Waldparks herausgearbeitet. Die Schaffung von Lichtungen und Waldsaumkanten bietet gleichzeitig eine Vielfalt an Lebensräumen. © Philip Winkelmeier, Sinai, 2017


Die von SINAI entworfene Dünenbrücke schließt eine zusätzliche Verbindung zwischen der Stadt und dem nördlich gelegenen Erholungswald. © Philip Winkelmeier, Sinai, 2017


Zentral im Waldpark verläuft die bis zu 30 Meter breite Dünenfuge. Sie wurde durch Auslichtung des Baumbestandes geschaffen. Wiesenansaaten und verwildernde Stauden bereichern die vorhandene Waldflora. © Philip Winkelmeier, Sinai, 2017


Die ökologische Vielfalt im Waldpark wird durch die Pflanzung robuster Dauerstauden unterstützt, die verwildern können. © Philip Winkelmeier, Sinai, 2017


Spielplätze und Spielorte wie der Trollenring sind im gesamten Park verteilt und eigens am Ort entwickelt. Sie geben Hinweise auf die Welten rätselhafter Naturwesen wie Elfen und Trolle, die im Wald beheimatet sind. © Philip Winkelmeier, Sinai, 2017


Entwurfsverfasser
A.W. Faust, Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH

Mitarbeiter
Mitarbeit:
Theresa Gläßer, Peter Hausdorf (Projektleitung)
Sumika Aizawa
Pia Custodis
Sebastian Exner
Malin Krause
Theresa Unger

Wettbewerb:
Sophie Béjanin
Pia Custodis
Maja van der Laan
Lene Zingenberg


Fachplaner / Bauleitung
EISAT – Statik Dünenbrücke und Stege
Wassertechnik Rostock – Wasserspiele

am Bau beteiligte Firmen
Fa. Rasche – Galabauarbeiten im Waldpark
Fa. Rühl&Brummel – Galabauarbeiten im Waldpark Ost
Fa. Sindermann – Galabauarbeiten im Kurpark
Fa. KuKuK – Spielplatzbau Elfenheim
Fa. Modellbau Stein – Spielpunkte im Waldpark
Fa. Merrygoround – Spielpunkte im Waldpark
Fa. Ringbeck –Wasserbecken im Kurpark
Fa. Niewels – Fontänentechnik Wasserbecken
Fa. Benz – Bewässerungsanlage im Kurpark
Fa. Kleinschlömer – Dünenbrücke im Waldpark, Stege Mersmannsteiche


Auftraggeber | Bauherr
Landesgartenschau Bad Lippspringe 2017 GmbH
Friedrich-Wilhelm-Weber Platz 1
33175 Bad Lippspringe
Ansprechpartner: Ferdinand Hüpping, ferdinand.huepping@bad-lippspringe.de
Tel. +49 5252 / 26170

Bearbeitungszeitraum
2014-2017

Planungs- / Baukosten
ca. 6 Mio. € netto (Daueranlage)