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Hofstelle Karpfsee

Nantesbuch

"Respekt vor den vorhandenen Strukturen und eine behutsame Weiterentwicklung des Standorts“

Die Hofstelle Karpfsee liegt im Außenbereich der Gemeinde Bad Heilbrunn in landschaftlich exponierter und äußerst attraktiver Lage mit Blick auf die Alpen. Das Ensemble befindet sich in einer Rodungsinsel auf dem langgezogenen Rücken eines Drumlins, einem Grundmoränenhügel der letzten Eiszeit, der überwiegend als Grün-und Weideland genutzt wird. Das Gut wurde durch die Stiftung Nantesbuch zu einem Seminar- und Schulungsgebäude ausgebaut. Sie hat sich den Themen der Landwirtschaft und Kunst verpflichtet.

Naturräumliche Einbindung
Die Topographie des Geländes ist stark bewegt. Insbesondere die Ost- und Westflanken des Hügels weisen erhebliche Steigungen auf und sind für die meisten Zwecke nicht nutzbar/erschließbar. Flachere, leicht zu nutzende bzw. erschließende Flächen befinden sich nur in Kuppenlage um die bestehenden Gebäude. Die exponierte, weithin sichtbare Lage des Hofguts auf der Kuppe des Landschaftssporns führt zu einer besonders hohen Empfindlichkeit des Landschaftsbildes, sowohl was die Blickbeziehungen vom Gelände auf die umgebende Landschaft als auch die Blicke auf das Ensemble von außen betrifft.
Die klimatischen Bedingungen des Alpenrandes - sommerliche Starkregen und schneereiche Winter - sind in der Planung ebenfalls besonders berücksichtigt worden.
Die wertvollen und z.T. geschützten Vegetationsbestände (Gehölzbiotope, Einzelbäume, artenreiche Wiesen und Weiden), sowie die Wechselwirkungen mit den angrenzenden Schutzgebieten (FFH, geschützte Biotope) wurden während des gesamten Projektverlaufes stets beachtet.

Erschließung
Die Gemeindestrasse vom Hofgut Letten nach Nantesbuch, die durch das Hofgut führte, wurde verlegt. Durch die Verlegung der Gemeindestrasse wird die bisherige Trasse zu einer privaten Erschließungsstraße zurückgestuft. Die Straße wurde soweit möglich entsiegelt und rückgebaut. Durch die Umnutzung wurde die Anlage von Stellplätzen erforderlich.
Der südliche Abschnitt vom Straßenabzweig bis zum Ende des Gebäudes ist als mit Betonplatten befestigter Spurweg in 2,70 m Breite ausgebildet werden. Der nördliche Abschnitt wird als Feldweg (unbefestigter Spurweg) ausgebildet. Eine Befahrung ist nur durch die Landwirtschaft vorgesehen. Der südliche wie auch der nördliche Abzweig zum Hofgut wird im Kurvenbereich in Ortbeton mit einer griffigen Oberflächenstruktur ausgeführt.
Jenseits der Anschlussstelle an die neue Gemeindestrasse wurde eine Fußwegeverbindung zum weiter nördlich anschließenden Feldweg geschaffen.

Freianlagen
Die Freianlagen binden unter Verwendung einfacher Materialien die Anlage harmonisch in die umgebende Voralpenlandschaft ein. Die bestehenden Alleen und Streuobstbestände wurden erneuert und ausgebaut. Die Hangwälder mit ihrem mächtigen Bäumen und im zeitigen Frühjahr massenhaft blühenden Märzenbechern wurden geschützt. Um den Seminartrakt mit Gästehaus stehen den Besuchern einfache Terrassen und Wiesenflächen für die Erholung zur Verfügung. Aussichtspunkte mit Bänken bieten Blicke über Moore und Seen auf eine spektakuläre Alpenkulisse. Dem landwirtschaftlichen Trakt sind Pferdekoppeln und Betriebsflächen zugeordnet. Heimische Gehölze und gärtnerische Elemente wie Spalierobst, ein künstlerisch gestalteter Brunnen und ein Bauerngarten schaffen ein attraktives Umfeld für die Besucher und Bewohner der Hofstelle.


Zurückhaltende Erschließung © Boerboom, BEM Landschaftsarchitekten Stadtplaner, 2020


Vorplatz mit Brunnen und Stufen in die Landschaft © Boerboom, BEM Landschaftsarchitekten Stadtplaner, 2020


Bauerngarten © Boerboom, BEM Landschaftsarchitekten Stadtplaner, 2020


Schnitt © BEM, BEM Landschaftsarchitekten Stadtplaner, 2015


Herausragende Lage in der Landschaft © The Pk. Odessa Co, 2018


Entwurfsverfasser
Oliver Engelmayer, Irene Burkhardt, BEM Landschaftsarchitekten Stadtplaner

Mitarbeiter
Jasmin Grubwinkler
Mathias Rauh


Fachplaner / Bauleitung
Nagler Architekten GmbH

am Bau beteiligte Firmen
Weismann GmbH (Garten- und Landschaftsbau)


Auftraggeber | Bauherr
Stiftung Nantesbuch für Kunst und Kultur

Bearbeitungszeitraum
2014 - 2017

Planungs- / Baukosten
920.000 €