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Raadhuisplein

Emmen, NL

Ein Platz-ein Park-eine Landschaft an der Schnittstelle von Stadt und Land
Emmen, die größte Gemeinde im holländischen Drente, erneuerte ihr Zentrum. Statt Durchgangsverkehr und parkender Autos dominieren heute Fußgänger und Radfahrer den klar strukturierten Raum einer Park-Landschaft im Übergang des Gebauten und des Natürlichen. Ein Teppich aus Stein, durchbrochen von Grün, rahmt und verbindet die umgebende heterogene Bebauung und die Landschaftsinseln zu einem neuen urbanen Freiraum mit hohem Identifikationsgrad: Warmes Holz und glitzerndes Wasser, verschieden hohe Vegetationsschichten und darauf abgestimmte Beleuchtung vermitteln und verknüpfen zwischen „harter“ und „weicher“ Landschaft, zwischen Handel + Verwaltung, Kultur + Erholung

Der Bau des Tunnels und der Tiefgarage ermöglichten die neue Konzeption des Raadhuisplein, der sich zusammen mit den teils erneuerten Gebäuden, der Stadthalle, den Cafes, Restaurants und Geschäften, dem neuen Theater und dem hierher verlegten Tiergarten zum pulsierenden Herz eines zusammenhängenden städtischen Umfelds gewandelt hat – ein Raum komplexer Interaktion für unterschiedlichste Nutzergruppen.
6 Elemente charakterisieren den Platz: ein Teppich aus Naturstein, das Kronendach der Bäume, die Intarsien der Gärten, Wasseranlagen, das durchlaufende Sonnendeck und die Beleuchtung.
Bis an die Fassaden reichende Plattenbeläge aus Granit erlauben Bewegung der Besucher in alle Richtungen, geben Raum für eine Vielfalt an Aktivitäten und Verweilmöglichkeiten. Die Konsistenz der Oberfläche und ein Fugenverlauf von Ost nach West vergrößern Dimension und räumlichen Eindruck des Platzes.
Bäume lösen sich aus dem Gemeindewäldchen im Westen und lassen sich in den „Zimmern“ des Platzes in zwangloser Weise nieder, wobei existierende Arten mit neuen ergänzt sind: Quercus robur, Gleditsia inermis, Betula papyrifera, Pinus nigra ‘Austriaca’ , Prunus avium ‘Plena’. Ihre Kronen formen die erste Vegetationsschicht.
Eine zweite niedrigere Schicht sind die Gartenintarsien vor der Stadthalle, zwischen Weiertwandkomplex und Sonnendeck und über den Tunneleingängen: eine ganzjährig attraktive Mischung aus Ziersträuchern, Stauden, Gräsern und Geophyten mit hohem Anteil an blühenden und immergrünen Arten.
Wasser charakterisiert in verschiedenen Formen den zentralen „Plein“. Im nördlichen Teil des Teichs wird das gesammelte Regenwasser gefiltert und in den Kreislauf zurückgeführt. Er wirkt eher natürlich und ist mit dekorativen Wasserpflanzen bepflanzt.
Ein langer Kanal begleitet die zentrale Promenade und verbindet den Rathausplatz mit dem Theater und dem Zoo. Eine breitere Brücke, gebaut für Anlieferfahrzeuge, trennt den Kanal vom seichten Wasser auf dem Theaterplein. Das Wasser kann hier ganz abgelassen und die Steinoberfläche für eine Bühne genutzt werden.
Das Spiel der Wasserfontänen lässt die Kanten verschwimmen und betont die Schönheit der nassen Steine. Die glatte Oberfläche des Teichs reflektiert den Himmel, die Pflanzen und Gebäude ringsum.
Das Sonnendeck formt zusammen mit dem Wasser das zentrale Verbindungselement. Es beginnt mit einer großzügig dimensionierten Bank entlang der zentralen Promenade und verbreitert sich dann zu einem in der Mitte des Raadhuisplein schwebenden Holzdeck. Es ist eine der Hauptattraktionen und hat hohen Identifikationseffekt, trennt und verbindet, lädt ein zu verweilen, zu beobachten oder einfach in der Sonne zu liegen. Verschiedene Sitzhöhen mit Rücken- und Armlehnen heißen alle, auch behinderte Besucher willkommen.
Die Leitlinie der Beleuchtung ist Einfachheit: Wie die Bäume sind auch die vertikalen Leuchten rund um den Raadhuisplein locker arrangiert, während der zentrale Teil des Platzes mit linearer und Effektbeleuchtung inszeniert wird. Die Ränder der Wasserflächen sind sanft illuminiert, sie geben Orientierung, ohne die Offenheit des Platzes zu beeinträchtigen. Die Fontänen werden zu leuchtenden Fackeln in der Dunkelheit. Das Sonnendeck ist von unten beleuchtet und erscheint im Mondlicht als schwebende Skulptur.

Ein Raum für alle Altersgruppen ist ein besonderer Teil des Platzes: Vreding Park mit Spielplätzen, einer eingesenkten Skatebahn und sanft geneigten Rasenflächen im lichten Schatten der Bänke.


Wasser in verschiedenen Ausprägungen ist ein zentrales Element des Raadhuisplein. In der glatten Oberfläche des Teichs spiegeln sich Wolken, Gebäude und Pflanzen. © Theo Berends Photography, LATZ+PARTNER, 2015


Statt des Lärms durchfahrender Autos erfreut heute das leise Plätschern der Wasserfontänen, erquicken sich Alt und Jung an heißen Sommertagen im kühlenden Nass. © Theo Berends Photography, LATZ+PARTNER, 2015


In unmittelbarer Nachbarschaft des Stadtwäldchens tritt das Baumdach in direkten Dialog mit dem urbanen Platz auf der einen und der offenen Landschaft auf der anderen Seite. Die Rasenflächen münden hier in den natürlich anmutenden Teich © Theo Berends Photography, LATZ+PARTNER, 2015


Im nördlichen Teil des Teichs sammelt sich das Regenwasser, wird gefiltert und dem Kreislauf wieder zugeführt. Jenseits des Stegs fließt das Wasser im schmalen Kanal entlang der zentralen Promenade bis zur neuerlichen Aufweitung am Theater © LATZ+PARTNER, 2015


Vreding Park bietet Platz für alle Altersgruppen – Spielflächen für Kinder und Jugendliche, Spazierwege und Bänke und sanft geneigte Rasenflächen im lichten Schatten der Bäume, die hier in das flache Wasser des Kanals übergehen. © Theo Berends Photography, LATZ+PARTNER, 2015


Eine Skateanlage mit Street und Bowl in einem „versunkenen“ Teil von Vredingpark ist das Highlight des Raadhuisplein für alle Skatergenerationen und Anziehungspunkt für Jung und Alt. © Theo Berends Photography, LATZ+PARTNER, 2015


Die lange Holzbank entlang der zentralen Promenade wird in der Mitte des Platzes zum großzügig dimensionierten Deck, das sich, von unten beleuchtet, im Dämmerlicht als schwebende Skulptur präsentiert. © Theo Berends Photography, LATZ+PARTNER, 2015


Granit in verschiedenen Schattierungen in der Fläche und als edler Abschluss des Sonnendecks und die warmen Töne des Holzes verbinden sich mit dem Grün der Vegetation und hellem Kies zu einem harmonischen Ganzen. © Theo Berends Photography, LATZ+PARTNER, 2015


Das flache Wasser auf dem Theaterplein kann abgelassen werden, Platz machen für eine Bühne oder einen Eislaufplatz. Die Theaterpassage ist der attraktivste Teil der Verbindung zur Stadt. © Theo Berends Photography, LATZ+PARTNER, 2015


Lage und attraktives Erscheinungsbild des neuen Raadhuisplein provozieren wirtschaftliche Entwicklung, Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen und des öffentlichen Lebens. © LATZ+PARTNER | Visualisierung: die-grille, LATZ+PARTNER, 2015


Entwurfsverfasser
Tilman Latz, LATZ+PARTNER LandschaftsArchitektur Stadtplanung

Mitarbeiter
Gerwin Gruber, Daniela Strasinsky, Kerstin Tänzler


Fachplaner / Bauleitung
Gemeente Emmen, Bertus Veldman

am Bau beteiligte Firmen
Firma Hemmen, Emmen
Firma Hoornstra, Nieuw-Buinen


Auftraggeber | Bauherr
Gemeente Emmen

Bearbeitungszeitraum
2013 - 2015

Planungs- / Baukosten